Zuerst dachte sie, dass es nur ein paar Wochen dauern würde. Doch aus sechs Wochen wurden fünf Jahre Zwangsarbeit. Sala war 1940 sechzehn Jahre alt, als sie ihre polnische Heimatstadt verlassen musste, um die von den Nationalsozialisten befohlene Zwangsarbeit abzuleisten. Fünf Jahre lang überlebte die junge Jüdin unter schwersten Bedingungen sieben verschiedene Lager, um dann für lange Zeit darüber zu schweigen. Erst am Vorabend einer schweren Herzoperation vertraute sie sich ihrer Tochter Ann Kirschner an. Anhand der Briefe, die Sala sich in dieser Zeit mit ihrer Familie und Freunden schrieb, erzählt Ann Kirschner die Geschichte der grausamen Odyssee ihrer Mutter durch das besetzte Europa von Salas Leben in den Lagern, den kleinen Fluchten, von Freundschaft und ihrem unbedingten Willen zu überleben. Eine bewegende und grausame Zeit, über die Sala lange schweigt, auch als sie in den USA ein neues Leben findet.
Großen Eindruck hat Ann Kirschners Buch über das Schicksal ihrer Mutter als Jugendliche während des Holocaust auf Rezensent Dorion Weickmann gemacht. Kirschner rekonstruiere diese Geschichte aus Briefen und Fotografien jener Jahre, die ihre Mutter fünfzig Jahre lang im Schrank in einem roten Pappkarton aufbewahrt hatte. Mutter Sala sei als Sechzehnjährige 1940 in ein Arbeitslager gekommen, wo sie unvorstellbare Demütigungen und apokalyptische Bilder durchlitten habe. Am Leben gehalten hätten Sala die Briefe ihrer Schwestern und Freunde, bis diese Stimmen langsam verstummt seien. Schnörkellos, zurückhaltend und einfach erzähle Kirschner die Geschichte ihrer Mutter und der Auslöschung ihrer Familie und Freunde, betont Weickmann, nie gleite sie ins Rührselige, Pathetische ab, weshalb der Schrecken auf den Rezensenten umso eindringlicher und erschütternder wirkte. Aber auch als Liebesbeweis einer Tochter ihrer Mutter gegenüber beeindruckt Weickmann dieses Buch.
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