Aus dem Spanischen von Willi Zurbrüggen. Das Klingen von Gläsern, ein Inserat an einer Laterne, Müll am Straßenrand, die schwere Luft eines Sommerabends … Bei seinen Entdeckungsreisen durch Großstädte sammelt der passionierte Spaziergänger Antonio Muñoz Molina Eindrücke. Scheinbar unwichtige Begebenheiten, in der U-Bahn aufgeschnappte Dialoge, Werbeplakate, Zeitungsschlagzeilen fügt er zu kunstvollen Collagen unseres Alltags. Sie feiern die Vielfalt des heutigen städtischen Lebens und führen uns immer wieder ins Herz von Muñoz Molinas eigenem Schreiben. Wie sehr er dabei auf den Spuren berühmter Weltliteraten und Flaneure wandelt wie Walt Whitman, Walter Benjamin oder James Joyce zeigt er in kurzen, kundigen Passagen über seine literarischen Vorbilder.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 14.12.2021
Rezensent Dirk Fuhrig trifft mit Antonio Munoz Molina einen Flaneur der alten Schule. Gern streift er mit dem Autor durch Madrid, New York, Paris, horcht, schaut und stellt Verbindungen her zwischen Gestern und Heute. Die Sprunghaftigkeit der kurzen Texte, ihr Switchen zwischen Orten, Zeiten, News und Gossip und Literaturhistorischem gefällt Fuhrig gut. All die impressionistischen Fetzen fügen sich zu einem Epos, das unsere dunkle Gegenwart durchdringt, erkennt er.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021
Mit Antonio Muñuoz Molinas "Gehen allein unter Menschen" begibt sich Renzensent Ulrich Rüdenauer flanierend in ein Labyrinth von Eindrücken, Beobachtungen, Erinnerungen und Sehnsüchten, das er gar nicht mehr verlassen möchte. Anknüpfend an all die Flaneure des 19. und 20. Jahrhunderts beschreibt der spanische Autor, übersetzt von Willi Zurbrüggen, seine Spaziergänge durch die heutigen Metropolen und teilt all seine Sinneseindrücke und Gedanken mit, die der Rezensent angeregt aufnimmt. Dabei verknüpft Molinas gekonnt aktuelle Geschehnisse mit sehnsüchtigen Erinnerungen an die Vergangenheit und Beobachtungen seiner wirklichen Umgebung, lobt der Rezensent. Zwar gelingt dem Autor damit keine vollständige Analyse der Gegenwart, räumt Rüdenauer ein, aber doch ein "symptomatisches Bild".
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