Nach zahlreichen Projekten, die aus Archiven unterschiedlicher Gebrauchsfotografie schöpften (Polizei-, Militär- und stadtbaugeschichtlichen Archiven), wendet sich Arwed Messmer seinem eigenen fotografischen Archiv zu. Er blickt auf die tiefgreifenden Umbrüche Ostdeutschlands und Berlins im Anschluss an die Wiedervereinigung 1990 zurück. Dafür nutzt er bisher unveröffentlichte Bilder, editiert bestehende Werkgruppen neu und setzt die Serien zueinander in Beziehung. Problematische Aspekte der jüngeren deutschen Geschichte treten zutage, verweisen auf die Wiederkehr nationalen Denkens im wiedervereinigten Deutschland. Daneben stehen Ansichten des Stadtumbaus von Berlin, beginnend mit Abrissen von Gebäuden der ostdeutschen Nachkriegsmoderne. In den 1990er Jahren widmete sich Arwed Messmer, geb. 1964, als dokumentarischer Stadtfotograf den Veränderungen Berlins und Ostdeutschlands. Entstanden sind umfangreiche Ausstellungen und Publikationen zum Ost-Berlin der 1950er Jahre, zur Berliner Mauer, zu den Archiven der Staatssicherheit und zum westdeutschen Linksterrorismus.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 06.03.2024
Arwed Messmer vermittelt in seinem Bildband die "schonungslose, zuweilen romantische Trostlosigkeit" der Wende-Jahre in der DDR, schreibt Rezensent René Schlott. Messmer hegt, so Schlott, eine "bildarchäologische" Absicht mit diesem Band: Es sind vor allem Großaufnahmen von Ruinen und abzureißenden Häusern der alten DDR zu sehen, zum Beispiel im Ostteil Berlins. Außerdem bildet Messmer alte DDR-Lokomotiven ab, die schon im Zweiten Weltkrieg zum Transport von Kriegsgütern oder Menschen benutzt wurden. Zum ersten Mal kann der Rezensent hier zudem Bilder sehen, die vom Aufbruch innerhalb nach 1990 zeugen, zum Beispiel die Geburtstagsfeier der berühmten Evelyn Richter, die sich politische Parolen zum Geburtstag wünschte, lesen wir. Ein Blick in dieses "bibliophile Kleinod" lohne sich allemal, schließt Schlott.
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