In Lieferketten entstehen Geschichten von großen Gewinnern und vielen Verlierern. Lieferketten entwickelten sich bereits im Frühkapitalismus, wurden im Zeitalter des Imperialismus ausgeweitet und bekamen seit den achtziger Jahren einen enormen Schub. Caspar Dohmen beschreibt aber nicht nur, wie das globale Geflecht von Lieferketten historisch entstanden ist, sondern auch, auf welchen Mechanismen und Machtinteressen es beruht und welche Schäden es anrichtet. Denn so lukrativ dieses Konstrukt für einige wenige Akteure sein mag, gleichzeitig ist es höchst prekär: Die Rohstoffe werden knapper, globale politische Konflikte führen zu Engpässen, und die Ausbeutung nimmt stetig zu - weltweit sterben täglich 6.000 Menschen bei oder infolge ihrer Arbeit.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.04.2021
Rezensent Thomas Speckmann informiert sich bei Caspar Dohmen über das Lieferkettengesetz und darüber, warum es für so viel Diskussionen sorgt. Der Wirtschaftsjournalist ist für eine Regulierung der Lieferketten, schreibt Speckmann, der aber auch ohne derselben Meinung zu sein, im Buch auf allerhand Lesenswertes stößt. Etwa zur Geschichte der Lieferketten vom Frühkapitalismus bis heute und zu deren Akteuren oder zu einem wichtigen Anstoß der Regulierung, dem Einsturz einer Fabrik in Bangladesch 2013. Dass der Autor Daten sprechen lässt, findet Speckmann wohltuend.
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