Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 12.08.2000
Der Rezensent mit dem Kürzel "rox." kann sich für den Band offensichtlich nicht wirklich erwärmen. In einer kurzen Rezension merkt er lediglich an, dass es hier vornehmlich um "das Verhältnis von Weiblichem und Sakralem" geht und dass die weitgereisten Autorinnen die nachlassende Bedeutung der Religion für westeuropäische Frauen beklagen. Dies geschieht, wie der Rezensent anmerkt, auf eine "stellenweise reichlich redselige" Art und Weise.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 29.07.2000
Der französische Originalitel, so Bettina Ehrhardt, lautet "Das Heilige und das Weibliche", und genau darum geht es in diesen Briefen der beiden miteinander seit Jahrzehnten befreundeten Philosophinnen. Gemeinsam nähern sie sich im schriftlichen Gespräch jener "Erfahrung am Kreuzpunkt von Sexualität und Denken, Körper und Sinn, welche die Frauen ganz intensiv machen, aber ohne sich sonderlich damit zu beschäftigen", zitiert die Rezensentin. Der "Fluchtpunkt" ihres Projekts ist dabei das zu erwartende "Aufwachen der Frauen im nächsten Jahrtausend". Das "halbe Abendland und die Weltreligionen dazu", schreibt Ehrhardt, haben die beiden höchst belesenen Autorinnen bemüht und nicht immer geht es ohne Klischees ab. Aber das Ziel ist ohnehin nicht Analyse oder Definition sondern ein "dialogischer `Zustand des Empfindens`, in dem Gedanken erst in der Entstehung begriffen sind". So teilen sich die Freundinnen parlierend ihre Beobachtungen in Afrika, New York und Europa mit und werden manchmal auch "ungeduldig und gereizt". Die Übersetzung, findet Bettina Ehrhardt, erreicht diesen Ton nicht immer und kommt manchmal etwas schwerfällig daher. Aber zu welchen Schlüssen sind die beiden klugen Französinnen denn nun gekommen? Am Ende der Besprechung werden sie mit einer offenen Frage zitiert: "Und wenn das Sakrale jene unbewusste Wahrnehmung wäre, die der Mensch von seiner nicht auszuhaltenden Erotik hat...?"
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