Aus dem Spanischen von Klaus Laabs. Ein fast unsichtbar kleiner buddhistischer Mönch sehnt sich danach, seiner Heimat Südkorea zu entfliehen und die westliche Welt kennenzulernen, von der er nur eine vage, doch großartige Vorstellung hat. Er beginnt verbotenerweise, sich durch den Kanon der westlichen Kultur zu lesen: Kunst, Literatur, Philosophie, Theologie - ach, was studierte er nicht alles! Als er dermaßen gewappnet auf ein französisches Touristenpaar trifft und sie auf einer Reise durch das Land begleitet, erwarten ihn unliebsame Überraschungen. Ein vom Himmel stürzendes selbstmörderisches Pferd ist dabei nur eine bemerkenswerte Begebenheit der an Wendepunkten und Überraschungen reichen philosophischen Novelle.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 18.06.2015
Ralph Hammerthaler beginnt seine Besprechung von César Airas Novellen mit einer persönlichen Anekdote darüber, wie ihm ein Buch des argentinischen Autors einst eine Peinlichkeit ersparte. Auch aus diesem Grund scheint sich der Kritiker besonders darüber zu freuen, dass drei von Airas Kurzromanen nun den Auftakt zur "Bibliothek César Aira" vom Verlag Matthes & Seitz bilden. "Der kleine buddhistische Mönch" aus der gleichnamigen Geschichte sei in Wirklichkeit eine digitale 3D-Projektion, verrät Hammerthaler und freut sich über die vermeintliche Ratlosigkeit der deutschen Literaturkritik angesichts derart Skurrilem. Doch wovon Airas Erzählungen jeweils handeln, sei ohnehin weniger wichtig als die simple und zugleich elegante Sprache, die der Rezensent mit dem "kleinen Schwarzen in der Damengarderobe" vergleicht. Die gedanklichen Abwege machen für Hammerthaler den Reiz der Werke aus, deren Übertragung ins Deutsche durch Klaus Laabs er für eine beachtliche Leistung hält.
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