Aus dem argentinischen Spanisch von Klaus Laabs. Flores war immer eines der besseren Viertel von Buenos Aires. Doch die Wirtschaftskrise trifft schließlich auch seine Bewohner. Aldo und Rosa versuchen das Beste aus dieser Situation zu machen. Ein Freund vermittelt ihnen ein Job bei einem Pizza-Lieferservice. Bald schon kennt sie ganz Flores. Wer sonst ist schon nachts zu zweit und zu Fuß unterwegs? Und dabei immer freundlich. Aldo und Rosa lernen aber auch die dunkle Seite der Krise kennen: Familien, die obdachlos geworden sind, randalierende Jugendbanden, herumirrende Alte und Kinder. Die Entführung des kleinen Jonathan stellt das Viertel schließlich auf eine harte Probe.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.01.2010
Die Pizzaboten von Buenos Aires fahren in Einbahnstraßen stets in die falsche Richtung. Sie machen sich daraus, wie aus ihrem Job überhaupt, fast einen Sport. Nur die wenigsten nämlich, so referiert der Rezensent Kersten Knipp die Erkenntnisse aus diesem Roman, müssen vom Pizzaausfahren leben. Und zwar trotz der Wirtschaftskrise, die zu Anfang des Jahrtausends in Argentinien herrscht. Die Pizza-Kids (alles Männer) kommen aus reichem Haus. Am Beispiel ganz anderer Figuren interessiere sich der Autor in seinem Gesellschaftsporträt jedoch auch für den "Zusammenbruch der Ordnung" - und versuche sich an ersten Antworten auf die Frage, was als neue auf die zusammengebrochene alte Ordnung folgt. Sehr viel mehr erfährt man über das Buch in der etwas erratischen Rezension nicht, außer dass Cesar Aira da ein "subtiler Roman" gelungen sei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2009
Cesar Airas Roman "Die Nächte von Flores" scheint Rezensent Paul Ingendaay durchwachsen. Das Buch beginnt für ihn als launige Beschreibung des Viertels Flores in Buenes Aires und seiner Bewohner, vor allem eines pensionierten Ehepaares, das sich die Rente mit Pizza liefern aufbessert. Hier attestiert er dem Autor, den Mikrokosmos von Flores mit "Sympathie, Raffinesse und kauzigem Humor" zu beschreiben. Allerdings fliegt der Roman seines Erachtens dann abrupt auseinander, um sämtliche Leseerwartungen völlig zu unterlaufen, und mutiert zu einer wilden Krimi- und Schauergeschichte. Ingendaay ist nicht so recht klar, was das eigentlich soll, zumal er die Komposition nicht wirklich überzeugend und die Handlung "zu achtlos geplant" findet.
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