Die Mitgliedschaft in der NSDAP ist ein Indikator, der es erlaubt, die Nähe oder Distanz einer Person zum NS-Regime einzuschätzen. Auf Basis einer repräsentativen Stichprobe quantifiziert dieses Buch erstmals die NSDAP-Mitgliedschaft der Wirtschaftselite und vergleicht sie mit anderen sozialen Gruppen. Der Anteil der Unternehmer und Manager, die in die NSDAP eingetreten sind, war mehr als dreimal so hoch verglichen mit dem Durchschnitt der Bevölkerung, aber deutlich niedriger als der Anteil von NSDAP-Mitgliedern bei Medizinern und höheren Beamten. Mit ihrem Eintritt in die NSDAP gaben die Manager eine Loyalitätserklärung gegenüber dem NS-Regime ab und trugen damit zu seiner Stabilisierung bei.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 09.05.2022
"Formidabel, da empirisch" findet Rezensent Jochen Zenthöfer diese Studie, in der Paul Windolf und Christian Marx aufzeigen, wie sich die Spitzen der deutschen Wirtschaft dem Nationalsozialismus andienten: 37 Prozent der deutschen Manager waren Mitglied der NSDAP, das waren zwar weniger als Mediziner und Juristen, von denen fast 50 Prozent in die Partei eintraten, aber deutlich mehr als im Durchschnitt, erfährt Zenthöfer, der Manager-Anteil in der Partei war dreimal höher als in der Gesamtbevölkerung. Dass sich die Autoren diese Nähe mit einem Mix aus Motiven erklären (Opportunismus, Konformismus, Nazismus), ergibt für den Rezensenten Sinn: Die Wirtschaftsführer versprachen sich mit der Ausschaltung von SPD, KPD und Gewerkschaften eine Stabilisierung der kapitalistischen Ordnung. Dass viele den aggressiven Antisemitismus irrational fanden, hält die Studie auch fest, wie Zenthöfer bemerkt.
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