Christoph Ransmayr

Die Verbeugung des Riesen

Vom Erzählen
Cover: Die Verbeugung des Riesen
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003
ISBN 9783100629265
Gebunden, 92 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Christoph Ransmayr hat in den Jahren der Arbeit an seinen Romanen auch mit anderen Formen des Erzählens meisterhaft gespielt: in seinem Prosaband "Der Weg nach Surabaya" etwa, auch als "Dichter zu Gast" der Salzburger Festspiele in dem Musik, Lyrik, selbst Film und Malerei umfassenden Zyklus "Unterwegs nach Babylon".In der "Verbeugung des Riesen" verwandelt Ransmayr Gefährten und Freunde in Gestalten seiner Erzählungen unter ihnen der Dichter Hans Magnus Enzensberger, der Philosoph Karl Markus Michel, der Theaterdirektor Claus Peymann und als Weggefährte im Tiefschnee des westlichen Himalaya auch der Nomade Reinhold Messner. "Aber was immer erzählt wird, ist niemals für alle Zeit festzuhalten, sondern wird weiter überliefert, verwandelt und irgendwann doch vergessen. Jede Geschichte, die diesen Namen verdient, hat auch ihr Ende."

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 09.06.2004

Eigentlich weigert sich Christoph Ransmayr ja, Auskünfte über sein Werk zu geben, schreibt Samuel Moser und weiß auch, was dahinter steckt: "die Angst vor Festlegungen" - nicht so sehr seiner Person, sondern seines jeweiligen Erzählers. Denn "ihre Unwiderruflichkeit hebt die Erzählung aus dem Zustand der Möglichkeit in den der Wirklichkeit. Aber an ihrem Ende sollte sie wieder zurückkehren in den Zustand der Möglichkeit" - so paraphrasiert Moser eine der Reden, die dieses Buch versammelt und die dann eben doch einiges verraten "zu den Themen Ransmayr, Literaturkritik und Welt". Sie haben den Rezensenten angeregt, durchaus schwärmerisch an die Geschichten Ransmayrs zu denken, die er sehr schätzt, weil sie ziellos sind, aber dennoch voller Bewegung, und die er jetzt noch ein bisschen besser versteht. Er hat dieses Buch, zusammen mit dem 2004 erschienenen "Selbstinterview" "Geständnisse eines Touristen" als Teil eines poetischen Programms gelesen - "einer Poetik, die ganz von selbst wieder ein literarischer Text wird, der das Schreiben über das Reisen" - denn Ransmayrs Erzählungen erkunden die Welt - "mitnimmt auf eine neue Reise". Welche der Rezensent sehr genossen hat.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 06.10.2003

Ein Literaturpreis ist eine schöne Sache. Da wird der Dichter geehrt, und öfter erhält er sogar ein Preisgeld, allerdings geht er damit auch eine Redeverpflichtung ein. Christoph Ransmayr hat in den neunziger Jahren einige Preise erhalten und einige Dankesreden gehalten. Solche Gelegenheitstexte, wie aber auch eine Laudatio auf seinen Freund Peymann, als dieser das Burgtheater verließ, sind in dem Band enthalten, den der "lmue" zeichnende Rezensent vorstellt. Ransmayr habe es sich zur Pflicht gemacht, meint "lmue", jeden Text, jede Rede - egal aus welchem Anlass - ins eigene Genre, ins Erzählen zu überführen. Am besten gelungen sei ihm dies mit der Dankesrede für den 1998 erhaltenen Hölderlin-Preis, wo er ein Gedicht in einen Bericht über eine Schneewanderung im Himalaya montierte. Das Wechselspiel von Schreiben und Reisen hat der bei den Zeitschriften "Geo", "Transatlantik" und "Merian" gediente Journalist stets beibehalten, weiß unser Rezensent und fügt noch an, dass die meisten Reden wilde Querverbindungen von West nach Ost und Nord nach Süd enthalten.

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