Aus dem Französischen von Bernd Schwibs. Wie so viele europäische jüdische Wissenschaftler und Künstler floh auch Claude Lévi-Strauss Anfang der 1940er Jahre vor den Nationalsozialisten in die USA und lebte als Flüchtling in New York. Dieser Band legt Zeugnis ab von der Erfahrung des Exils, von einem sowohl biographisch als auch historisch entscheidenden Moment. Diese zwischen 1941 und 1947 geschriebenen Texte präsentieren den politischen Zeitzeugen und lassen zugleich die Vorgeschichte der strukturalen Anthropologie sichtbar werden, mit der Lévi-Strauss in der Nachkriegszeit die wissenschaftliche Welt im Sturm erobern sollte.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 04.09.2021
Für Eckart Goebel ist der Titel dieser Sammlung von Aufsätzen von Claude Levi-Strauss aus den Jahren 1941-1947 irreführend. Die abgedruckten Texte scheinen ihm weder unbekannt noch den Beginn der strukturalen Anthropologie zu markieren, wie seiner Meinung nach suggeriert wird. Die meisten von ihnen sind zumindest in Teilen in "Traurige Tropen" enthalten, erklärt der Rezensent. Goebel schlägt daher vor, aus den Texten einen Band "Baumaterial für 'Tristes Tropiques'" zu kompilieren, anstatt die Editionsgeschichte auf diese Art zu verwischen, wenngleich er die Titelwahl aus publikationsstrategischer Sicht durchaus nachvollziehen kann, weil sie neues Interesse am Autor generiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 19.08.2021
Rezensent Cord Riechelmann liest die von Vincent Debaene versammelten Texte des noch unbekannten Claude Levi-Strauss aus dem New Yorker Exil mit großem Interesse. Die Texte über das Naturkundemuseum, Glückstechniken und Machtanwärter zeichnen laut Rezensent den Weg des Autors vom Ethnologen zum Strukturalisten nach und zeigen einen ungewohnt euphorischen Levi-Strauss, der dem sich verfinsternden Europa entkommen ist und sich ins Bohemeleben stürzt. Zu erkennen ist laut Riechelmann nicht nur die Begeisterung des Autors für die Kunst der Indigenen, sondern auch seine Ahnung von ihrer unaufhaltsamen Vernichtung. Aktuelle Bezüge kann der Leser der Texte zuhauf finden, verspricht Riechelmann, so zu den Debatten um Sprache, Macht im Staat und indigener Kunst.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 20.07.2021
Rezensent Thomas Reinhardt findet die hier versammelten Texte von Claude Levi-Strauss aus den Jahren 1941-1947 lesenswert, weil er hier einem Levi-Strauss begegnet, der seinen Weg als Strukturalist erst noch finden muss. Neben Versuchen, den Strukturalismus politisch zu nutzen, bietet die laut Reinhardt informativ eingeleitete Sammlung Gedanken, die die Ethnologie erst viel später prägen sollten. Der Strukturalismus muss mit diesem Buch zwar nicht umgeschrieben werden, so Reinhardt, den jungen Levi-Strauss bei der Richtungssuche zu beobachten, ist aber allemal lohnend.
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