Corine Pelluchon

Manifest für die Tiere

Cover: Manifest für die Tiere
C.H. Beck Verlag, München 2020
ISBN 9783406757099
Kartoniert, 125 Seiten, 12,00 EUR

Klappentext

Aus dem Französischen von Michael Bischoff. Wie wir Menschen Tiere behandeln, betrifft im Kern die Frage nach unserer Menschlichkeit. Darauf insistiert die französische Philosophin Corine Pelluchon. Die Gewalt, die Menschen Tieren zufügen, ist nicht nur grausam. Sie macht eine verheerende Funktionsstörung unserer Gesellschaft offensichtlich, die auf wirtschaftlicher Ausbeutung und der Zerstörung des Lebendigen beruht.  Tiere sind unsere Mitgeschöpfe. Wenn wir nicht aufhören, sie als Sache zu behandeln, zerstören wir nicht nur unsere materielle, sondern auch unsere seelische Lebensgrundlage. Doch wie können wir dieses grundsätzliche Umdenken herbeiführen und auch diejenigen an Bord holen, die keine Vegetarier sind oder in einem Wirtschaftszweig arbeiten, der auf der Ausbeutung von Tieren beruht? Pelluchon zieht Parallelen zum politischen Kampf für die Abschaffung der Sklaverei. Sie gibt uns Einsichten und konkrete Vorschläge an die Hand, um den Übergang zu einer gerechteren Gesellschaft anzugehen, die die Interessen von Mensch und Tier gleichermaßen berücksichtigt.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 18.12.2020

Wider die Ausnutzung und Unterjochung von Tieren, für die Anerkennung als politische Subjekte appelliert Corine Pelluchon in ihrem "Manifest für die Tiere". Rezensentin Ramona Westhof kann Pelluchons moralphilosophische Begründungen dieser Forderungen durchaus nachvollziehen, und auch die Vorschläge der Autorin zur schrittweisen praktischen Umsetzung findet sie vernünftig und einleuchtend. Nur einige Vergleiche - zwischen der Ausbeutung von Sklaven und Tieren beispielsweise findet sie heikel, zumal die Autorin nicht darüber aufklärt, was sie mit diesem Vergleich eigentlich aussagen möchte. Denn dass Pelluchon keinesfalls Menschen mit Nutztieren vergleicht, das ist Westhof als geneigte Leserin klar. Sie erklärt: Vielmehr geht es der Autorin um das gesellschaftliche Umdenken, das vor großen Errungenschaften wie der Abschaffung der Sklaverei und eben auch der Einführung von Tierrechten notwendig ist. Schließlich laufe dieses Umdenken laut der Autorin auf nichts Geringeres hinaus als das "Ende des Kapitalismus".  Ob Westhof Pelluchon für eine Bereiterin dieses Weges hält, erfahren wir nicht.

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Dorothee Elmiger. Die Holländerinnen - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2025.Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen
Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter…
Leila Slimani. Trag das Feuer weiter - Roman . Luchterhand Literaturverlag, München, 2026.Leila Slimani: Trag das Feuer weiter
Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…