In "Verbessern wir die Welt!" bietet die Philosophin Corine Pelluchon einen Überblick über die Kernthemen ihrer Philosophie. Ihre Gedanken zur Tugendethik, zur Ethik der Verwundbarkeit und zu notwendigen Veränderungen in unserem Denken und Handeln zeigen Wege aus den drängenden ökologischen, sozialen und geopolitischen Krisen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2023
Im modischen Feld der Nachhaltigkeits-, Weiblichkeits-, Tierwohl- und Klimakrisenphilosophie etabliert sich die Pariser Philosophin Corine Pelluchon, die 2017 durch das "Animalistische Manifest" bekannt wurde, auch in Deutschland langsam als Referenz, beobachtet Joseph Hanimann. Er bespricht in der Buchmessenbeilage der FAZ gleich zwei Bücher der Autorin, die Textsammlung "Verbessern wir die Welt!" und "Die Durchquerung des Unmöglichen" über Hoffnung in Zeiten der Klimakatastrophe. In "Verbessern wir die Welt!" geht es wiederum um Fragen der Tierethik, so Hanimann. Pelluchon möchte die Leidensfähgkeit eines Wesens in den modernen Subjektbegriff mit einbeziehen, damit auch Tiere mit gemeint sind: Die grundsätzlich Asymmetrie zwischen Mensch und Tier wolle sie dabei aber nicht abschaffen. Es gehe darum, dass wir " ethisch und politisch einfach auch für Wesen mitdenken, die von sich aus keine Rechtsansprüche anmelden". Sympathisch ist Hanimann dabei, dass Pelluchon einer prinzipienreiterischen Ethik eher eine Idee der moralischen Erziehung entgegensetzt: Sie ist auf dem Feld des Tierwohls also keineswegs eine Extremistin, macht Hanimann klar, sondern möchte politische Programme entwickeln, die das Leben der Tiere verbessern.
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