Weniger ist mehr - woran wir uns gewöhnen sollten, dürfen und können! Verzicht wird häufig als politischer Kampfbegriff oder apokalyptisches Drohwort verwendet und stößt so vielfach auf Widerstand.Aber könnte das Verzichten angesichts von Übermaß und Überdruss nicht nur notwendig, sondern vielleicht sogar hilfreich und befreiend sein? Was ist gut am Verzicht in ganz unterschiedlichen Handlungsfeldern? Wann tut er weh? Und warum verzichten Menschen trotzdem? Ruben Zimmermann plädiert dafür, das Verzichten als individuell und sozial wertvolle Handlungsweise zu verstehen. Er erläutert, wie der freiwillige Verzicht funktioniert und was ihn vom auferlegten Verbot unterscheidet. So wird erkennbar, worin die Chancen einer Ethik des Verzichts für Einzelne, die Sozialgemeinschaft und sogar für kommende Generationen liegen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 07.05.2025
Der Theologe Ruben Zimmermann entwickelt in seinem Essay eine Ethik des Verzichts, die auf moralischer Verantwortung statt Askese oder Lifestyle-Trends basiert: Rezensentin Elisa Schüler betont, dass es Zimmermann um die freiwillige Begrenzung von Konsum aus Einsicht in globale Zusammenhänge geht: Verzicht als Ausdruck von Freiheit, nicht als Verbot, erfahren wir. Dabei verbindet er antike Tugendlehren mit aktueller Klimaethik und kritisiert wachstumsgetriebene Lebensweisen. Besonders überzeugend sei seine Forderung nach Selbstregulation der Privilegierten, um soziale und ökologische Gerechtigkeit zu fördern. Auf mögliche Fallstricke dieser Denkweise weist die Kritikerin nicht hin. Verzicht wird bei Zimmermann zur Kulturtechnik einer zukunftsfähigen Gesellschaft: kein Verzicht um seiner selbst willen, sondern als "right thing to do" -"Nicht schlecht, in diesen Zeiten", schließt die Kritikerin.
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