Neben den großen Studien zu "Akten" und "Medien der Rechtsprechung" hat Cornelia Vismann ihre beiden Lebensthemen Recht und Medien auch in einer Vielzahl von Aufsätzen entfaltet. Eine Auswahl der wichtigsten, die bislang verstreut und teilweise entlegen publiziert waren, liegt hier nun vor. Sie reicht von anonym verfassten ersten politischen Texten über ihre Auseinandersetzung mit Benjamin, Derrida, Legendre und Luhmann bis hin zur Untersuchung über das Schlusswort bei Gericht, das Kommentieren, das Archiv oder die Zeugenschaft.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 15.10.2012
Milos Vec staunt, wie souverän die Autorin, die 2010 verstorbene Rechtsgelehrte Cornelia Vismann, in ihren nun vorliegenden und um Notizen ergänzten ausgewählten Schriften mit der Ästhetik, Technik und Logik der Verwaltungsarbeit, mit Staatsgeschichte im weitesten Sinne umgeht. Analytisch nähert sich Vismann dem Scheitern und den Paradoxien, versteigt sich für Vec mitunter anbetungswürdig ins Theologische, erzählt aus der Rechtsgeschichte und vermittelt vor allem mit viel Beobachtungsgabe den Justiz-Alltag, von der Polsterung der Stühle für die Prozessbeteiligten bis hin kafkaesken Justiz-Architekturen. Dahinter spürt Vec stets den Wunsch der Autorin zu verstehen, weniger anzuklagen. Wie elegant sich die Autorin zu diesem Zweck durch die Rechtsgeschichte bewegt und wie spannend sie Kanonisiertes erzählen kann, das ergibt in seiner Konsequenz für Vec am Ende durchaus auch eine intellektuelle Biografie.
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