Aus dem Norwegischen von von Christel Hildebrandt. Wenn Kinder zuhause Angst haben müssen, wird an einem Tabu in unserer Gesellschaft gerührt: der häuslichen Gewalt. Das Buch von Gro Dahle und Svein Nyhus erzählt vom Jungen Boj und von seinem gewalttätigen Vater. Wenn der Vater wieder einmal sehr wütend ist, stellt sich der Junge vor, dass Bösemann von ihm Besitz ergriffen hat. Bösemann steht für die unberechenbare Seite seines Vaters.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 07.06.2019
Rezensentin Karin Gruß findet es richtig, dass Autorin Groh Dahle und Illustrator Svein Nyhus häusliche Gewalt zum Thema ihres Kinderbuchs machen. Der kleine Boj hat eigentlich einen lieben Papa, aber in ihm wohnt "Bösemann", der manchmal herauskommt. Boj kann darüber zuerst nicht sprechen; erst dem Hund einer netten Dame erzählt er davon. Die Rezensentin beschreibt eindrücklich, wie direkt sich Geschehen und Illustration entsprechen: Parallel zur wachsenden Bedrohung schwillt die der Vater in Abbildung regelrecht an, und Boj und seine Mama sind von mit Flammen bemalten Tapeten umgeben. Ja, häusliche Gewalt ist ein Thema für ein solches Kinder- und Bilderbuch, meint Gruss, weil es dem "Unsagbaren" Ausdruck verleiht. Ein "hilfreicher Beitrag zur Bewältigung kindlicher Ohmachtserfahrung", schließt sie.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.05.2019
Kinderbücher müssen nicht immer nur fantasievoll, lustig und erheiternd sein, findet Rezensentin Sylvia Schwab. Gro Dahle und Svein Nyhus zeigen ihrer Ansicht nach gut, dass Literatur auch für die kleinen Leser mehr kann. In "Bösemann" geht es um häusliche Gewalt und familiäre Machtverhaltnisse, lesen wir. Am Anfang ist noch alles ganz harmonisch. Mit einem mal jedoch kommt im Vater der unberechenbare Bösemann hervor. Die plötzliche Gefahr, die Angst, die Verständnislosigkeit und Ohmacht des Kindes werden sehr eindrücklich und berührend dargestellt und aufgebaut, mit Signalfarben, überzeichneten Figuren und Wortwiederholungen, lobt die Rezensentin. Sie empfiehlt die Lektüre Kindern ab 6 Jahren, da das Buch für jüngere Leser zu aufregend und bedrohlich sein könnte.
Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…