Darius James

Voodoo Stew

Stories und Essays. Deutsch-Englisch
Cover: Voodoo Stew
Verbrecher Verlag, Berlin 2002
ISBN 9783935843157
Einband unbekannt, 287 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Amerikanischen von Claudia Basrawi. "Zu meinen allerersten Musikaufnahmen gehörte, außer einigen bonbonfarbenen Kinderschallplatten zum Mitsingen, eine Single die im Sommer 1959 auf Atlantics Atco Label erschienen war: 'Poison Ivy' von den Coasters. Ich war gerade fünf Jahre alt geworden. Dass ich in den Besitz gerade dieser Platte gekommen war, habe ich meinem Babysitter zu verdanken. Sie hieß Dorthea und war ein gutaussehender Teenager mit brauner Haut und einer schicken helmartigen Frisur aus glatt gekämmten Haaren ... Durch Dorthea lernte ich nicht nur die damals aktuellen Sounds des Doowop und Rhythm & Blues kennen - sie hatte ständig einen Stapel Singles und ihren tragbaren Plattenspieler dabei - sondern auch die 'No-Negroes' Tanz Show 'American Bandstand', moderiert von Dick Clark dem Dorian Gray des Teen Pop." (Auszug)

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 08.01.2003

Der Rezensent Andreas Hartmann macht uns zunächst mit dem Autor des vorliegenden Essaybandes bekannt: Darius James veröffentlichte 1992 den Pulp-Roman "Negrophobia" und vermengte dort Voodoozauber und Rassismusvisionen, mit Ninja-Queens, süchtigen Homeboys und die Geschichte um einem verwirrten Walt Disney, der die USA vom Rassismus befreien soll. Der Nachfolger "That's Blaxploitation" hatte das schwarze Genrekino zum Inhalt und gilt heute als Standardwerk für diese Schule. Beide Werke erschienen bisher nur im Original. Die Zurückhaltung der deutschen Verlage begründet Hartmann mit den "schlicht unübersetzbaren afroamerikanischen in Jive geschriebenen Passagen". Nun hat der Verbrecher-Verlag aus Berlin also eine deutsche Übersetzung des Essay-Bandes "Voodoo-Stew" von Darius James veröffentlicht. Hartmann stellt James dabei in die Tradition des "new jornalism", in der der Autor selbst in seine Geschichten eintaucht. Beispielsweise übernimmt James die Rolle des Zuhälters in der Story "Ratgeber für den schwarzen Mann". Hartmann bezeichnet James als einen postmodernen Erzähler, der mit "unterschiedlichen Stilmitteln zwischen ernsthaftem Journalismus mit intellektuellem Anstrich" erzählt, und der "einfach seine Gedanken und Erlebnisse vor den Augen des Leser wirbeln lassen" will.

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