Leon Erlenhorst, Arndt Freytag von Loringhoven

Putins Angriff auf Deutschland

Desinformation, Propaganda, Cyberattacken
Cover: Putins Angriff auf Deutschland
Econ Verlag, Berlin 2024
ISBN 9783430211192
Gebunden, 336 Seiten, 24,99 EUR

Klappentext

Russland führt einen Informationskrieg gegen den Westen und speziell gegen Deutschland. Damit soll die deutsche Demokratie geschädigt und die Europäische Union gespalten werden. Der Angriff findet subversiv im Fernsehen, in der Presse sowie auf sämtlichen sozialen Plattformen statt und wird von einer gigantischen Propagandaindustrie betrieben. Arndt Freytag von Loringhoven, ehemaliger Diplomat, Vizepräsident des BND sowie beigeordneter NATO-Generalsekretär und Leon Erlenhorst, Philosoph und Propagandaexperte, zeigen uns, wie wir manipuliert werden undmachen konkrete Vorschläge, wie wir uns wehren können - bevor es zu spät ist.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 18.02.2025

Aufrütteln sollte dieses Buch von Arndt Freytag von Loringhoven und Leon Erlenhorst, ruft Rezensent Jörg Himmelreich. Zwar warnte der ukrainische General Gerasimow schon 2013 vor den Gefahren der hybriden Kriegsführung durch Russland, aber bisher wird das Thema vor allem in Deutschland immer noch massiv unterschätzt, so der Rezensent. Dabei erreichen die russischen Fake News, die die Gesellschaft spalten sollen, gerade vor der Bundestagswahl ihren bisherigen Höhepunkt. "Kenntnisreich" und mit vielen Details gewähren die Autoren dem Rezensenten einen Einblick in die Abgründe der russischen Desinformationsstrategien, zu den wichtigsten Erkenntnissen gehört, dass die Kampagnen von einem Mann gesteuert werden, dem zu Putins innerstem Zirkel gehörenden Sergei Kirijenko. Mit vielen Details und Sachverstand erklären die Autoren die spezifischen, zahlreichen und ausgeklügelten Strategien, die auch über das Netz hinausreichen, unter anderem eine Aktion, bei der Autos mit Bauschaum beschädigt wurden, was zunächst Klimaaktivisten in die Schuhe geschoben wurde. Gerade Deutschland sei eine "offene Flanke" für Russland,  was sich auch daran erkennen lässt, dass neben AfD und BSW auch etablierte Parteien wie die SPD mittlerweile russische "Desinformationsaussagen" übernähmen. Der Kritiker plädiert in Folge der Lektüre für die Erweiterung der Kompetenzen von deutschen Geheimdiensten bei der Gefahrenabwehr der russischen Attacken.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 03.02.2025

Brauchbare Informationen zum Thema Desinformation von Putins Gnaden liefert dieses Buch, das Arndt Freytag von Loringhoven und Leon Erlenhorst gemeinsam verfasst haben, findet Christoph Koopmann. Der ehemalige Diplomat Loringhoven und der Propaganda-Experte Erlenhorst zeichnen nach, lesen wir, wie der Kreml mit seinen Unterstützernetzwerken - Staatsfunk, Influencer, Trollfabriken, KI-Bots - alles unternimmt, um den Westen zu spalten. Es geht darum, Zweifel aufkommen zu lassen, etwa an der Herkunft des Coronavirus und natürlich auch darum, der NATO die Schuld am Ukrainekrieg in die Schuhe zu schieben. Die Mechanismen der russischen Propaganda sind hier gut zusammengefasst, findet der Rezensent, als Antworten des Westens empfehlen die Autoren mehr Analyseaufwand und gelegentliche offizielle Richtigstellungen der Falschmeldungen von öffentlicher Seite. Natürlich kann auch dieses Buch die Effekte von Propaganda nicht punktgenau nachweisen, stellt Koopmann klar, aber immerhin gibt es uns einige Hinweise dazu an die Hand, worauf man zu achten hat, im Informationskrieg.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31.12.2024

Ein wichtiges Buch mit ein paar kleineren Schwächen haben der Ex-BND-Vizepräsident Arndt Freytag von Loringhoven und der Politologe Leon Erlenhorst laut Rezensent Robert Putzbach gemeinsam verfasst. Sie beschäftigen sich darin mit den russischen Desinformationskampagnen, die den Westen spalten und schwächen sollen. Schlüssig argumentieren die Autoren Putzbach zufolge, dass Putins Onlinekampagnen weniger darauf abzielen, Menschen zu überzeugen, als darauf, sie zu verunsichern, zu diesem Zweck greifen sie bestehende Bruchlinien in westlichen Gesellschaften auf und versuchen, sie zu vertiefen. Loringhoven und Erlenhorst bescheinigen Putin einen langen Atem bei seinen Desinformationskampagnen und weisen darauf hin, dass er weitaus mehr Geld für sie in die Hand nimmt als der Westen für Abwehrmaßnahmen, sie machen aber, freut sich Putzbach, nicht den Fehler, Russlands Einfluss zu überschätzen. Der insgesamt realistischen Darstellung zum Trotz moniert der Rezensent allerdings einen Hang zu rhetorischer Übertreibung, außerdem hätte er sich hier und da tiefergehende Analysen und eine exaktere Begriffsarbeit gewünscht. Ein hochaktuelles Buch zur Stunde ist Loringhoven und Erlenhorst dennoch gelungen, findet Putzbach, der abschließend lobend hervorhebt, dass die Autoren auch Handlungsvorgaben parat haben. Am Ende steht für Putzbach freilich die klare Message: Die größte Gefahr für unsere Freiheit ist derzeit Putins Versuch, eben diese Freiheit gegen uns zu mobilisieren.

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