Dieter Gosewinkel

Einbürgern und Ausschließen

Die Nationalisierung der Staatsangehörigkeit vom Deutschen Bund bis zur Bundesrepublik Deutschland
Cover: Einbürgern und Ausschließen
Vandenhoeck und Ruprecht Verlag, Göttingen 2001
ISBN 9783525351659
Gebunden, 472 Seiten, 47,04 EUR

Klappentext

Mit dem Instrument der Staatsangehörigkeit konnte der Nationalstaat bestimmen, wer zur Nation gehörte und wer nicht. Das Buch zeigt, wie sich die Politik der Einbürgerung und des Ausschlusses in den letzten zweihundert Jahren verändert hat.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 02.03.2002

Zwar ist diese Studie über den Begriff und die Realität der "Staatsangehörigkeit" in Deutschland kein großes Lesevergnügen, dazu ist sie nach Meinung des Rezensenten mit dem Kürzel "uha." einfach zu sperrig. Aber mit interessanten und "ambivalenten" Ergebnissen kann diese "detaillierte" und "dichte" Arbeit trotzdem aufwarten, denn es gibt in den Augen des Autoren keine klare Kontinuitätslinie vom 19.Jahrhundert bis heute für die deutsche Definition von Staatsangehörigkeit - das bis heute geltende "völkisch definierte Deutschtum" etablierte sich erst nach dem Ersten Weltkrieg, so lautet die überraschte Zusammenfassung des Rezensenten.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 28.12.2001

Ernst-Wolfgang Böckenförde ist voll des Lobes für die vorliegende Arbeit, in der es um Staatsangehörigkeit und Einbürgerungspolitik "in historischer Perspektive" geht. Der Autor hat laut Rezensent nicht nur den rechtlichen Rahmen der Staatsangehörigkeit betrachtet, sondern auch "Wirkung und Funktion in den Blick genommen" sowie die praktische Anwendung von Einbürgerungs-, Aufnahme- und Ausweisungsgesetzen zwischen 1841 und heute untersucht. Dies alles ist dem Autor interessant und lehrreich gelungen, findet der Rezensent: Der Leser erfahre etwa, dass schon frühzeitig durch Zugehörigkeit zu einem Staat bestimmte Recht der Bürger verbürgt waren. Besonders angetan ist Böckenförde von der "Darstellung und Analyse der nationalsozialistischen Staatsangehörigkeitspolitik", die die Institution Staatsangehörigkeit schrittweise zerstört habe. Insgesamt geht von dieser Arbeit eine "anregende und innovatorische Kraft für die Geschichtswissenschaft und die Staatsrechtslehre" aus, resümiert der begeisterte Rezensent.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de

Beliebte Bücher

Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…