Was macht die Qualität von Architektur aus? Eine altmodische Frage angesichts des Kults, der um die schrillen Stars der globalen Architektenszene getrieben wird. Gebaut aber wird nicht für eine Saison, schlechte Architektur bleibt für Jahrzehnte ein Ärgernis. Für Georg und Dorothea Franck gibt es Kriterien, nach denen die Qualität eines Bauwerks beurteilt werden kann: sein Verhältnis zur Umgebung, seine Funktionalität, seine sinnliche Ausstrahlung. Es ist keine Sache der Beliebigkeit, welche Entwürfe diesen Anforderungen entsprechen. Die Kenntnis der kanonischen Vorbilder spielt dabei mindestens die gleiche Rolle wie ein wacher Sinn für die Spielregeln der modernen Gesellschaft.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 16.07.2008
Hoffnungsfroh nimmt Olaf Bartels das Buch von Georg und Dorothea Franck zur Hand, verspricht es im Titel doch so etwas wie objektive Kriterien zur Bestimmung von architektonischer Qualität. Der Wiener Architekturtheoretiker Georg Franck und seine Schwester, die Germanistin und Linguistin Dorothea Franck, können aber, wie der Rezensent einsieht, lediglich ein "Gefühl" für gute Architektur vermitteln, das sie nicht nur mit der "Schlüssigkeit" architektonischer Formen aufgrund ihrer "syntaktischer Qualität" begründen, sondern für das sie ebenso die "sinnlich leibliche Raumerfahrung" berücksichtigen, wie der Rezensent erklärt. Als Beitrag zu einer Architekturdebatte kann Bartels das gelten lassen, auch wenn er sich über das für seinen Geschmack zu vorbehaltsbeladene Schubladendenken der Autoren mitunter ärgert. So blieben Architekturrichtungen, die sich auf die Formensprache der Gotik bezögen, unbeachtet oder würden "propagandistisch" abgewertet, Zaha Hadid oder Peter Eisenman - Bartels nennt noch mehr Beispiele - gar als "gebaute Werbung" gegeißelt.
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