Aus dem Kroatischen von Mascha Dabić. Zagreb: Im Park einer psychiatrischen Klinik wird ein junger Mann tot aufgefunden - es ist kein Geringerer als der Vorsitzende einer rechtsextremen Jugendbewegung. Der Psychiatriepatient, den der Ermordete regelmäßig besucht hatte, bildet sich ein, der Pudel von Ante Pavelić zu sein, dem Gründer der kroatischen Ustascha-Bewegung. Zusammen mit seinem Kollegen Marko Ančić schlittert Inspektor Branko Rakitić durch die Ermittlungen in einen verstörenden Mikrokosmos, der bis in die höchsten politischen Kreise reicht. Er deckt Beziehungen zwischen Politik und Medien auf, blickt in menschliche Abgründe und muss literarischen Hinweisen nachgehen, um den Fall zu lösen.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 08.05.2025
Edo Popovic ist für den Rezensenten Roland Zschächner einer der profiliertesten Autoren Kroatiens. In diesem neuen Roman nimmt er nun die Gesellschaft des Landes satirisch aufs Korn: In einer Psychiatrie wird Stjepan Starman umgebracht, Jugendvorsitzender einer nationalistischen Partei, erzählt der Kritiker. Popovic stellt dabei Fragen über die Grenzen, die manchmal recht willkürlich zwischen den "Normalen" und den "Verrückten" gezogen werden, aber auch zu der Korruption, die in der Klinik ebenso vorherrscht wie in der Regierung. Das entwickelt sich für den Kritiker vor allem über die pointierten Dialoge. Dass die Figuren manchmal nicht allzu tiefenscharf angelegt sind, kann er verschmerzen bei all dem, was er hier auch zur wechselhaften kroatischen Geschichte im Roman lesen kann.
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