Aus dem Spanischen von Matthias Strobel. Vom Bahnhof sind es noch sechs oder sieben Kilometer bis O'Connor, einem kleinen Dorf, das seit den neunziger Jahren von der Landkarte Argentiniens verschwunden ist. Araoz steigt als Einziger aus dem Zug, sieht sich verloren um. Der Bahnhofsvorsteher nimmt ihn in seinem Wagen mit zur alten Tankstelle, die auch Zimmer vermietet. Es ist die Tankstelle von Perlassi, seinem Fußballidol aus Kindertagen. Von ihm will Araoz erfahren, was damals wirklich passiert ist, als Perlassis Mannschaft ein entscheidendes Match verlor und damit den Anfang ihres schmählichen Abstiegs einläutete - ein Abstieg, der in Araoz' Erinnerung eng mit dem Fortgang des Vaters verknüpft ist. Doch statt seines Idols steht ein alter Mann an der Zapfsäule: Perlassi sei für ein paar Tage unterwegs, seine Rückkehr ungewiss.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.11.2011
Auch in seinem neuen Roman "Warten auf Pelassi" bleibt Eduardo Sacheri sich treu, meint Rezensent Florian Borchmeyer: Es dreht sich einmal mehr alles um Fußball. Dass sollte "Fußballmuffel" aber auf keinen Fall von der Lektüre abhalten, so der Kritiker, denn dieses Buch sei ein geniales "Kleinod". Meisterhaft und menschlich bewegend erzähle Sacheri in verschiedenen Handlungssträngen die Geschichte des depressiven, 42 Jahre alten Argentiniers Araoz, der sich eines Tages auf die Suche nach dem ehemaligen Fußballstar Pelassi begibt, welcher in einem Spiel vor dreißig Jahren unter ungeklärten Umständen für die Niederlage und damit das Ende seines Vereins verantwortlich war. An einer inzwischen von Pelassi betriebenen Tankstelle wartet Araoz schließlich gemeinsam mit dem Tankwart - vergeblich - auf den Fußballer und gemeinsam sinnieren sie über Fußball und verpfuschte Leben, "Torschüsse und Depressionen". Darüber hinaus hat der ganz hingerissene Rezensent, der auch den Vergleich mit Samuel Beckett nicht scheut, hier viel über das moderne Argentinien erfahren.
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