Einar Schleef, Gertrud Schleef

Einar Schleef, Gertrud Schleef: Briefwechsel I + II

1 CD
Cover: Einar Schleef, Gertrud Schleef: Briefwechsel I + II
Der Audio Verlag (DAV), Berlin 2021
ISBN 9783742421340
CD, 10,00 EUR

Klappentext

1 CD mit 4 Stunden und 48 Minuten Laufzeit. Gekürzte Fassung. Lesung mit Jutta Hoffmann und Thomas Thieme. Über seine Mutter Gertrud schrieb der Künstler Einar Schleef einen Roman. Er nannte ihn "Gertrud" und versuchte darin, ihre ostdeutsche Gedankenwelt nachzuempfinden, von der er seit seiner Flucht in den Westen getrennt war. Mit ihr schrieb er sich auch Briefe. Die Angst der Mutter, die Unbedenklichkeit des Sohnes, die Anhänglichkeit und die Unabhängigkeit - es sind Kräfte, die sich anziehen und gleichzeitig abstoßen. Ihr poetischer wie persönlicher Briefwechsel, hier gelesen von Jutta Hoffmann und Thomas Thieme, umspannt die Zeit von 1963 bis 1990 und ist damit auch ein Stück deutsch-deutscher Zeitgeschichte.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.02.2022

Rezensent Alexander Kosenina erfreut sich an dem vertonten Briefwechsel zwischen Einar Schleef und seiner Mutter Gertrud Schleef. In den Briefen gab die vom DDR-Leben geprägte Gertrud ihrem Sohn, dem damals jungen Theatermacher und Autor, Einweisungen ins Erwachsenenleben und später, nach dem Erfolg seines Buches "Gertrud", in dem er die Beziehung zur Mutter literarisch verarbeitete, auch Aufzeichnungen und Skizzen für einen weiteren Erfolgsband. Die Briefe zeigen nicht nur die Alltäglichkeit im Leben der beiden auf, sondern zeugen auch von der ungewöhnlichen Nähe der Mutter und ihres Sohnes zueinander, erklärt Kosenina. Dass all diese Banalitäten in der Vertonung so eindrucksvoll wirken, ist dem Rezensenten zufolge der plastischen, dynamischen und authentischen Lesung Jutta Hoffmanns und Thomas Thiemes zu verdanken. Da kann auch das hörbare Schnaufen Thiemes die gefühlserregenden und starken Dialoge nicht schwächen, resümiert Kosenina.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 19.10.2021

Rezensent Stefan Fischer fühlt sich von Gertrude und Einar Schleefs Briefwechsel zu einem kleinen Denkstück über die Beziehung zwischen Müttern und Söhnen bewegt. "Mütter sorgen sich, mischen sich ein", schreibt er, "Söhne verbitten sich jede Einmischung". So auch Einar Schleef und seine Mutter. Vieles trennt die beiden voneinander, erfahren wir: räumlich zunächst einmal, aber auch charakterlich und politisch. Und doch hält sie eine tiefe innere Nähe zusammen, die Jutta Hoffmann und Thomas Thieme als Sprecher und Sprecherin mit sehr viel Feingefühl zum Ausdruck bringen, so Fischer. Die Briefe erzählen sowohl von dieser Näher, der Liebe zueinander, als auch von ihren Differenzen und ihren Sorgen umeinander - von Schleefs Problemen mit dem politischen System in der DDR etwa, der Universität, der Gesellschaft, später in der BRD dann: mit dem Kunstverständnis der Leute im Westen. So zeugt dieser Briefwechsel nicht nur von einer innigen Mutter-Sohn-Beziehung, er ist auch ein wertvolles Zeitdokument, so der berührte Rezensent.

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