André Müller und Peter Hacks verband eine lebenslange Freundschaft. Seit den späten fünfziger Jahren führten sie einen nie unterbrochenen Briefwechsel und persönlichen Austausch. Der Schriftsteller, Publizist und Theatermann aus Köln und der 1955 in die DDR übergesiedelte Dramatiker und Essayist geben in den hier versammelten Briefen, nicht selten polemisch, Aufschluss über ihre ästhetische Position, analysieren und bewerten den deutsch-deutschen Literaturbetrieb, die Kulturpolitik der DDR, den Stand der dramatischen Kunst und die Bewusstseinslage in Deutschland vor und nach der Wiedervereinigung. Die Briefe markieren, auf welchem Niveau marxistische Kunst- und Gesellschaftsdiskussion stattfinden kann. Die Herausgeber edieren die Korrespondenz mit umfangreichem Kommentar sowie Registern.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 09.02.2024
Rezensent Marko Martin nennt den von Heinz Hamm und Kai Köhler herausgegebenen Briefwechsel zwischen dem Autor Peter Hacks und dem Publizisten Andre Müller aus der Zeit von 1957 bis 2003 ein Dokument der Niedertracht. Wer das lesen soll, ist Martin nicht ganz klar. Sahra Wagenknecht vielleicht? Oder Fans, die etwas über deren Karriereanfänge erfahren wollen? Allerdings ergehen sich Hacks und Müller nur in Altherrenmanier über die junge Wagenknecht, warnt er. Und auch sonst kann laut Martin der Band nicht beglücken, derart destruktiv und ressentimentgeladen erscheinen ihm der antikapitalistische Drall, die Russland-Faszination und die DDR-Apologetik der beiden Herren.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14.10.2023
Wer an der Banalität heutiger "netzbasierter" Nachrichten verzweifelt, dem empfiehlt Rezensent Dietmar Dath diesen Briefwechsel zweier Menschen, die sich auf Niveau über Shakespeare, Staatskunst, Goethe, Geschichte und "linke Schwärmerei" austauschen können. Beide waren Kommunisten, der eine lebte in der BRD, der andere war in die DDR emigriert, und beide waren gebildet, es gab also Stoff genug für einen fast 50 Jahren andauernden Briefverkehr, so Dath, der nicht nur die Verachtung für die Grünen mit den beiden zu teilen scheint. Ihm imponiert ebenso, wie gründlich sie "Herzensangelegenheiten" in der Literatur als Ausdruck sozialer Gegebenheiten interpretieren.
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