Erik Thomann

Die Entmündigung des Menschen durch die Sprache

... und die Suche nach authentischer Subjektivität
Cover: Die Entmündigung des Menschen durch die Sprache
Passagen Verlag, Wien 2004
ISBN 9783851656459
Broschiert, 232 Seiten, 26,00 EUR

Klappentext

Nicht der Mensch spricht, sondern die Sprache. Dieser Befund Heideggers, der die Entmündigung des Menschen durch die Sprache konstatiert, sollte das Denken des 20. Jahrhunderts entscheidend prägen. Doch der Abgesang auf das sprechende Subjekt musste beinahe zwangsläufig den gegenläufigen Wunsch provozieren, dem entthronten Souverän wenigstens einen Teil seiner verlorenen Machtfülle zurückzuerstatten. Überraschenderweise wurden die groß angelegten Rettungsversuche ausgerechnet von Seiten derjenigen Denker unternommen, welche die Kritik am traditionellen Subjektbegriff zuvor am schärfsten betrieben haben. Anhand der Werke von Heidegger, Adorno, Foucault, Lacan und anderer wäre darum nicht nur die Geschichte der Entmündigung des Menschen durch die Sprache nachzuzeichnen, sondern es sollen vor allem auch die kompensatorischen Strategien, die auf eine Restaurierung des sprechenden Subjekts zielen, auf ihre Tragfähigkeit hin befragt werden.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 25.09.2004

Gemeinhin werden Theoretiker wie Heidegger, Adorno, Foucault und Lacan dem - im Zeichen des Heideggerschen Diktums "Die Sprache spricht" stehenden - "linguistic turn" zugerechnet und aufgrund der "Subversion des Subjekts", die mit der Eigenmächtigkeit der Sprache einhergeht, als "Antihumanisten" angesehen, erklärt der mit "mim" zeichnende Rezensent. "Durchaus plausibel" findet er jedoch Erik Thomanns These, dass gerade jene Theoretiker auch erheblich an der "Konsolidierung" des Subjekts gearbeitet hätten. Was "mim" allerdings bezweifelt, ist dass die Darstellung dieser Konsolidierung des entmündigten Subjekts als "Kompensation" dem Anliegen dieser Theoretiker gerecht wird.
Stichwörter

Beliebte Bücher

Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Julian Barnes. Abschied(e). Kiepenheuer und Witsch Verlag, Köln, 2026.Julian Barnes: Abschied(e)
Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte…