Mit einem Vorwort von Walter Burkert. Der erste Band einer kommentierten Gesamtausgabe der Briefe Erwin Rohdes liegt vor: wir lesen, wie der Student im ersten Semester den Eltern vom Jahn-Ritschl-Streit an der Universität Bonn berichtet, in dessen Folge er mit einer Gruppe anderer Kommilitonen, darunter Friedrich Nietzsche, dem Lehrer Friedrich Ritschl nach Leipzig folgt. Die Freundschaft zwischen Nietzsche und Rohde, die sich im Lauf der gemeinsamen Semester über der Lektüre Schopenhauers angebahnt und vertieft hatte, findet ihren Niederschlag nach dem studienbedingten Weggang Rohdes nach Kiel in einem zwar schon bekannten, aber immer noch bewegenden Briefwechsel. Weitere Stationen im Fortgang der Briefe sind Rohdes einjährige Studienreise nach Italien und das (unbezahlte) Privatdozententum in Kiel; die Briefe begleiten den Entstehungsprozess von Nietzsches "Geburt der Tragödie"; mit ihrem Erscheinen schließt der erste Band.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.10.2015
Der erste Band der Briefe aus dem Nachlass des Nietzsche-Freundes Erwin Rohde ist in jedem Fall ein guter Anlass, um den Philologen und Autor wiederzuentdecken, meint Rezensent Uwe Walter. Auch wenn der die Hälfte dieses Bandes umfassende Briefwechsel mit Nietzsche bereits publiziert wurde, liest der Kritiker doch gern in den Briefen an die Mutter, die durchaus amüsante Bonmots des "Geistesaristokraten" enthalten und die Zeit von der Bonner Studienzeit bis zur Habilitation Rohdes umfassen. Etwas mehr editorische Mühe hätte diesem Band aber gut getan, urteilt der Rezensent mit Blick auf den sparsamen Anmerkungsapparat.
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