Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 30.06.2007
Ganz ungerecht und unverdient findet es der hier rezensierende Autor Michael Lentz, dass sein Kollege Eugen Gomringer im Laufe seines nun schon recht langen Lebens keinen einzigen Literaturpreis erhielt. Als einer, der Literatur und Kunst einander nahe brachte, der als poetischer Erfindungskünstler rund um den Bezirk der Konkreten Poesie tätig war, sei er im strengen Sinn einer der "wichtigsten Erfinder der Dichtkunst". In dem vorliegenden Band ist freilich ein etwas anderer Gomringer zu entdecken, der Prosaerzähler nämlich, der anekdotisch von Bushaltestellenbegegnungen mit Elias Canetti berichtet oder aus der eigenen Kindheit in Bolivien und seiner Zeit als Assistent von Max Bill. Schriftstellerkollegen wie Max Frisch oder Hermann Hesse treten auf. Alles in allem findet Lentz das "fesselnd und anrührend", und im übrigen ist er der festen Überzeugung, dass auch der Dichter Gomringer "neu entdeckt" gehört.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Dorothee Elmiger: Die Holländerinnen Mit blinkenden Warnlichtern fährt die Erzählerin, eine namenlose Schriftstellerin, an den Straßenrand, als ein unerwarteter Anruf sie erreicht. Am Apparat ist ein gefeierter… Leila Slimani: Trag das Feuer weiter Aus dem Französischen von Amelie Thoma. Mia, erfolgreiche Schriftstellerin in Paris, kämpft mit "brain fog", einem Gehirnnebel, der ihre Erinnerungen und ihre Arbeit beeinträchtigt.…