Aus dem Französischen von Thomas Schultz. Joachim Murat, geboren 1767 in der französischen Provinz, scheint untauglich für ein zivilisiertes Leben. Als er der Armee beitritt, verhelfen ihm seine Unangepasstheit und sein Übermut jedoch zu einer schnellen Karriere in den französischen Revolutionskriegen. Napoleon selbst wird auf den unermüdlichen Soldaten aufmerksam, schenkt ihm zunehmend Vertrauen und Verantwortung - bis hin zur buchstäblichen Krönung seiner Karriere: Napoleon macht Murat zum König von Neapel. Doch genauso rasch wie Napoleons Aufstieg vollzieht sich auch sein Fall - und mit ihm der seiner Anhänger: Murat wird zum Tode verurteilt. Aus seiner Zelle heraus lässt François Garde den gefangenen König in den letzten Stunden sein bewegtes Leben erzählen. Ein Roman, der historisches Wissen verwebt mit der Lebensgeschichte von Napoleons treuestem Diener und Kämpfer.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 17.02.2021
Rezensent Joseph Hanimann empfiehlt als Einstieg ins Napoleon-Jahr Francois Gardes Roman über Napoleons Lieblingsschwiegersohn Joachim Murat. Der unverfrorene, doch letztlich glücklose König von Neapel, den Garde auf sein Leben zurückblickend in seiner Hinrichtungszelle in Pizzo Calabro zeichnet, scheint Hanimann geeignet, sowohl die Mechanismen der Abhängigkeit als auch die historischen Ereignisse, diese allerdings nur kursorisch, wie er festhält, zu erkunden. Die Versenkung in die Seele eines "Trittbrettfahrers der Geschichte", fällt Hanimann, der als Leser mit Gewinn folgt, leicht, zumal in der "guten" Übersetzung von Thomas Schultz.
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