Zusammen mit Franz-Kafka-Heft 5 und DVD. Beigelegt: Franz Kafkas "Ein Landarzt" (Faksimile der Erstausgabe im Kurt-Wolff-Verlag 1919). Herausgegeben von Roland Reuß und Peter Staengle. Im Rahmen der historisch-kritischen Franz Kafka-Ausgabe erscheinen die ersten beiden in Oxford aufbewahrten Oktavhefte Kafkas. Kafka schrieb in die Hefte Ende 1916, Anfang 1917 durchgängig mit Bleistift. Sie enthalten neben dem umfangreichen Entwurf zum Drama "Der Gruftwächter" verschiedene Erzählfragmente, darunter zum "Jäger Gracchus" und zu "Der neue Advokat". Neben der hier erstmals geleisteten Sicherung der fragilen Bleistifteintragungen verfolgt die Edition das Ziel, die komplexen Manuskriptzusammenhänge der Kafkaschen Entwürfe dem Leser durch diplomatische Transkription der Handschrift verständlich zu machen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 16.08.2007
Was kann die Faksimile-Ausgabe der Oxforder Oktavhefte leisten, das über die bereits erschienenen Kritischen Ausgaben von Franz Kafkas Werk hinausreicht, fragt Alexander Honold in seiner Kritik und gibt gleich selbst die überzeugte Antwort: die Ausgabe zeigt die materiellen Gegebenheiten von Kafkas Schreiben - er wechselte für die Oktavhefte Schreibort, Papier und Schreibgerät - und lässt die "Spannung" zwischen handschriftlicher und erster Druckfassung augenfällig werden. Dass dies sowohl für Herausgeber und Verlag als auch für die Leser mit nicht geringen Mühen verbunden ist, versteht sich von selbst, ist aber in hohem Maße lohnenswert, versichert Honold. Er erinnert daran, dass man schon als Schüler die Erfahrung des Zusammenhangs zwischen Form des Geschriebenen und Schreibvoraussetzungen gemacht hat, beispielsweise wenn man einen Satz enden lässt, weil die Seite endet, und findet es deshalb so wertvoll, mit dieser Faksimile-Ausgabe nun auch die materiellen Grundlagen von Kafkas literarischer Produktion vor Augen zu haben.
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