Aus dem Französischen von Stefan Lorenzer. Noch nie ist das brutale Wesen des Assad-Regimes so deutlich offenbart worden wie in diesem Buch. "Caesar" - so sein Deckname - war Fotograf bei der syrischen Militärpolizei. Zwei Jahre lang musste er nach Beginn der Aufstände gegen Assad die Opfer des Regimes fotografieren: Leichen von Oppositionellen, die grausam zu Tode gefoltert worden waren. Rund 50.000 dieser Fotos hat er außer Landes geschmuggelt, als er 2013 aus Syrien floh. Garance Le Caisne ist es als einziger Journalistin gelungen, ihn ausfindig zu machen und mit ihm zu sprechen. Aus Caesars Berichten und den Geschichten von ehemaligen Häftlingen, die sie ebenfalls aufspüren konnte, ist hier ein Dokument unsäglichen Grauens entstanden. Es berichtet von Assads System der Folter, von der Routine des Mordens, dem Zynismus der Schergen, von physischen und psychischen Qualen unvorstellbarer Art. Während man im Westen schon wieder bereit ist, in Assad das kleinere Übel zu sehen, enthüllt dieses Buch das massenhafte Morden, das bis heute weitergeht.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 09.12.2024
Wie brutal das Assad-Regime wirklich war, haben die Bilder eines Fotografen mit dem Decknamen "Caesar" gezeigt, hält Rezensent Michael Hesse fest, der hier einen Band der französischen Journalistin Garance Le Caisne in den Händen hält, die den Fotografen interviewt hat. Auf den Fotos ist zu erkennen, wie Häftlinge in syrischen Gefängnissen systematisch gefoltert werden, oft gibt es bis zu fünfzig Tote an einem Tag, die von Caesar dokumentiert werden, erfahren wir. 2016 hat er die Aufnahmen der Kommission für internationale Gerechtigkeit und Verantwortung übergeben und sie bleiben äußerst relevant, betont Hesse. Im Rückgriff auf den 2016 verstorbenen Philosophen Sadiq Al Azm betont er zudem, wie wichtig es weiterhin ist, sich in internationaler Zusammenarbeit gegen autoritäre und islamistische Strömungen zu wehren, um ein freies Syrien zu ermöglichen.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 13.06.2016
Thomas Avenarius ist fassungslos angesichts des von Assads Regime verursachten Grauens, das der Fotograf mit dem Decknamen Caesar dokumentiert. Garance Le Ciasne konnte den abgetauchten Caesar interviewen und ihre Gespräche veröffentlichen. Das Buch gibt laut Avenarius Einblicke in den syrischen Folterstaat, die kaum zu verkraften sind, zeigt Caesars Arbeit als Dokumentarist der Militärpolizei und erzählt, wie er die Aufnahmen außer Landes schmuggelte, um der Weltöffentlichkeit die Augen zu öffnen. Das Buch wirft einen Blick auf eine Tragödie, dessen Kronzeuge höchste Anerkennung verdient, meint der Rezensent.
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