Georges Bataille

Die innere Erfahrung

Cover: Die innere Erfahrung
Matthes und Seitz, München 1999
ISBN 9783882212839
gebunden, 350 Seiten, 34,77 EUR

Klappentext

"Die innere Erfahrung", die hier zum ersten Mal auf deutsch erscheint, ist Batailles Hauptwerk. Der französische Schriftsteller und "Antiphilosoph" beschreibt die Zustände seines Außersichseins. Es handelt sich dabei gerade nicht um eine Erfahrung im Sinne "deutscher Innerlichkeit", die der äußeren Erfahrung entgegengesetzt wäre, sondern um das Verschwinden solcher Bestimmungen.

Rezensionsnotiz zu Die Zeit, 21.06.2000

Rezensent Hans-Peter Kunisch bespricht drei Neuerscheinungen zu Georges Bataille: zwei deutsche Übersetzungen von Bataille-Texten und eine Einführung zu Werk und Biografie.
1) Georges Bataille: "Die innere Erfahrung"
Kunisch stellt fest, dass mit "Die innere Erfahrung" nun eines der wichtigsten und stilistisch präzisesten philosophischen Werke Batailles in deutscher Sprache vorliegt. Die hier formulierte Ablehnung von Askese und Moral, seine Feier des "Lachens", des "Todes", des "Festes", von Grenzerfahrung schlechthin, führten ins Zentrum seines Werks. Es sei Bataille um die "Auslöschung von Subjektivität" gegangen, das Gegenbild schlechthin habe er im Systemdenker Hegel gefunden.
2) Hans-Jürgen Heinrichs: "Der Wunsch nach einer souveränen Existenz. Georges Bataille" Hans-Jürgen Heinrichs, stellt der Rezensent fest, ist begeistert von Bataille. Leider gleite der Sprachgestus darüber mitunter ins allzu Rhetorische - und mancher Begriff hätte doch etwas kritischer und analytischer gebraucht werden dürfen.
3) Georges Bataille: "Wiedergutmachung an Nietzsche"
Das "Nietzsche-Memorandum" ist nur eine erste Sammlung verstreuter Schriften Batailles zu Nietzsche. Darin werde aber der Einfluss Nietzsches auf Bataille ebenso deutlich wie die Bedeutung von Batailles Rehabilitation Nietzsches für die spätere Rezeption in Frankreich (insbesondere durch Michel Foucault), meint der Rezensent.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 12.10.1999

Um nichts weniger als eine Umwertung Nietzsches handle es sich hier, schreibt Andreas Platthaus in einer Doppelsprechung der Matthes & Seitz-Bände 1) "Wiedergutmachung an Nietzsche" und 2) "Die innere Erfahrung". So wichtig nimmt die FAZ diese Neuübersetzungen Batailles, dass sie ihnen den Aufmacher des Sachbuchteils in der Messebeilage widmet.
Die jahrzehntelange starke Nietzsche-Rezeption in Frankreich, die den nach dem Krieg Geschmähten am Ende auch in Deutschland wieder hoffähig machte, gehe ganz wesentlich auf Batailles Bücher zurück, die direkt vor oder nach dem Krieg geschrieben wurden, so Platthaus. Etwas wolkig klingen Platthaus` Paraphrasen Batailles dann aber doch: Bataille treibe hier eine Philosophie der Souveränität, die Nietzsche ihm durch seinen Schritt in den Wahnsinn vorgelebt habe. Denn den Wahnsinn scheint Bataille tatsächlich als Nietschzes "erste souveräne Entscheidung" betrachtet haben. Und so landet man dann bei einer Philosophie "ohne Kopf". Über Ausgabe und Übersetzung schweigt sich Platthaus weitgehend aus.

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