Aus dem Französischen von Stefanie Weiss. Fünfzig Millionen Autos, so viele sollen an diesem ersten Septemberwochenende unterwegs sein. In einem von ihnen auch das New Yorker Ehepaar Steve und Nancy. Sie haben ein Haus auf Long Island, viel aufgestaute Wut aufeinander und zwei Kinder, die sie in einem Feriencamp in Maine abholen wollen. Bei einem Zwischenhalt betrinkt sich Steve so sehr, dass Nancy allein per Bus weiterfährt. Als Steve endlich aus der Bar torkelt, sitzt in seinem Wagen ein geflohener Sträfling, Sid. Steve erzählt ihm von Nancy, vor der die meisten Männer sich fürchten, nur Sid nicht.
Bisschen altmodisch, dieser Simenon, mit seinem Personal, das noch glaubt, eigene Entscheidungen treffen zu können, meint Rezensent Franz Schuh. Aber wie fast alle Kritiker entwickelt auch er bei der Simenon-Lektüre ein fast zärtliches Verhältnis zum Buch. Dieses hier ist ein Non-Maigret und spielt in Amerika. Ein Ehepaar fährt die Kinder aus dem Feriencamp abholen. Und woanders bricht ein Gangster aus. Ob sich diese beiden Geschichten je berühren, verrät Schuh nicht. Nur soviel: So gut wie Simenon kann niemand über das Saufen schreiben.
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