Hans Fischer

Randfiguren der Ethnologie

Gelehrte und Amateure, Schwindler und Phantasten
Cover: Randfiguren der Ethnologie
Dietrich Reimer Verlag, Berlin 2003
ISBN 9783496027485
Broschiert, 275 Seiten, 34,00 EUR

Klappentext

Die Ethnologie ist als empirische Disziplin keine hundert Jahre alt. Noch heute stehen für viele Kulturen ausschließlich oder ergänzend die Berichte von Nichtethnologen zur Verfügung - von Wissenschaftlern anderer Disziplinen über Missionare, Händler, Seeleute bis zu Journalisten und Schriftstellern. Dabei reichen die Zielsetzungen solcher Autoren von sorgfältiger Ethnografie bis hin zu künstlerischer Fantasie und schlichter Erfindung: der Physiker, der das erste Buch mit dem Titel "Ethnologie" schrieb, der Stenograf, der lange Aufenthalte in den Philippinen erfand, der Autor des "Papalagi" u. a. Hans Fischer stellt den quellenkritischen Umgang mit diesen außergewöhnlichen Beschreibungen vor.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 03.09.2003

Die Ethnologie hat sich anders als andere Wissenschaften Außenseitern gegenüber nie verschlossen, behauptet Karl-Heinz Kohl und führt die Namen einiger bedeutender Ethnologen an, die über Umwegen zur Ethnologie gekommen sind. Darüber hinaus gebe es aber auch den Amateur-Ethnologen, dem die Anerkennung für seine Feldstudien versagt geblieben sei. Meistens zu Recht, findet er nach Lektüre von Hans Fischers Buch. Fischer berichte in "amüsanten Kurzporträts" von teilweise sehr abenteuerlichen Existenzen, die sich dem Traum der Südsee verschrieben hatten. Die wissenschaftlichen Erträge dieser Amateure waren eher spärlich, fasst Kohl zusammen, eine Ausnahme bildet wohl der Neuendettelsauer Missionar Karl Panzer, der ein Wörterverzeichnis der Wampar und eine Mythensammlung anlegte. Insofern fragt sich Kohl, ob sich unter wissenschaftlichem Gesichtspunkt die Recherche der im Buch abgehandelten Biografien überhaupt gelohnt habe. Der Autor begründe sein Vorhaben mit der immensen Popularität, die ein Teil dieser Amateurethnologen besessen hätte, referiert Kohl; auch die Ethnologie verdanke ja ihren Popularisierungsschub in den 70er und 80er Jahren den Veröffentlichungen einiger Außenseiter, merkt er dazu an, insofern sei Fischers Buch vielleicht eine Art Danksagung an diese Adresse.

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