Hansjörg Bruland

Wilde Kinder in der Frühen Neuzeit

Geschichten von der Natur des Menschen
Cover: Wilde Kinder in der Frühen Neuzeit
Franz Steiner Verlag, Stuttgart 2008
ISBN 9783515091541
Gebunden, 509 Seiten, 49,00 EUR

Klappentext

Mit 23 Abbildungen und einer Tabelle. "Wilde Kinder", vielen Quellen zufolge in frühester Kindheit in die Wildnis geraten, um nach jahrelanger Isolation den Weg zurück in die Gesellschaft zu finden, sind spätestens seit Truffauts "Der Wolfsjunge" einem breiten Publikum bekannt geworden. Weniger geläufig ist jedoch, dass eine ganze, von den Gedanken Defoes, Rousseaus oder Linnes angetriebene Epoche meinte, in ihnen einen Schlüssel zur Natur des Menschen gefunden zu haben: Wilde Kinder wurden zum Kondensationspunkt aufklärerischen Gedankenguts, zu einem zentralen Thema von Presse und Wissenschaftsliteratur des 18. und frühen 19. Jahrhunderts. Nachgezeichnet werden Ursprünge und Verlauf jenes gewundenen Pfades, dem Rezeption und wissenschaftliche Funktionalisierung der Fälle folgten, vor allem auch die bislang kaum beachtete naturgeschichtliche Verarbeitung im deutschen Sprachraum. Sie verbindet sich mit Namen wie Schreber, Zimmermann und Blumenbach, aber auch Herder und Kant.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.2008

Wenn Hansjörg Bruland in seiner "materialreichen" geschichtswissenschaftlichen Dissertation die aufregendsten unter den Fallgeschichten versammelt, die sich mit Wolfsmenschen befassen, horcht Robert Jütte auf. Wo der Reiz solcher Geschichten lag und liegt, kann Jütte nach der Lektüre besser einschätzen. Dass nämlich mehr als Sensationsgier dahintersteckt. Dass philosophische, biologische oder politische Hypothesen mit diesem Material befeuert wurden. Minutiös und "teilweise spannend" findet Jütte die Instrumentalisierungsbestrebungen über den Zeitraum von zwei Jahrhunderten in diesem Band dokumentiert. Das Interesse an dem Phänomen "Wilder Mensch", ahnt der Rezensent, ist noch nicht erloschen.
Lesen Sie die Rezension bei buecher.de
Stichwörter

Beliebte Bücher

Jana Hensel. Es war einmal ein Land - Warum sich der Osten von der Demokratie verabschiedet. Aufbau Verlag, Berlin, 2026.Jana Hensel: Es war einmal ein Land
In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun…
Norbert Gstrein. Im ersten Licht - Roman. Carl Hanser Verlag, München, 2026.Norbert Gstrein: Im ersten Licht
Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…
Elias Hirschl. Schleifen - Roman. Paul Zsolnay Verlag, Wien, 2026.Elias Hirschl: Schleifen
Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In…
Robert Menasse. Die Lebensentscheidung - Novelle . Suhrkamp Verlag, Berlin, 2026.Robert Menasse: Die Lebensentscheidung
Frustriert von den Mühlen der Bürokratie, trifft Franz Fiala eine "Lebensentscheidung" und wirft seinen Job bei der Europäischen Kommission hin. Als er seine Mutter zum 89.…