Deutschland versinkt im Schulchaos. Reform folgt auf Reform und doch verändert sich an den grundsätzlichen Defiziten so gut wie nichts. Die Schule ist heillos überfordert, soll sie doch alle gesellschaftlichen Probleme von der Integration bis hin zur demokratischen Erziehung lösen. Dazu Lehrermangel allerorten, Defizite bei der Digitalisierung und die fatalen Auswirkungen des Neoliberalismus, Stichwort Ware Bildung. Die Coronakrise hat das Versagen der Bildungspolitik endgültig offenbart. Heinz-Peter Meidinger vertritt 160.000 Lehrkräfte in Deutschland und ist der wohl gefragteste Experte in Sachen Schulpolitik. Wer könnte besser die Todsünden des Schulsystems benennen?
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 13.02.2021
Rezensent Uwe Ebbinghaus begrüßt einerseits die knappe Pointiertheit des Buches von Heinz-Peter Meidinger zur missratenen Schulpolitik nicht nur während der Pandemie. Andererseits hätte der Präsident des Deutschen Lehrerverbands seine Fundamentalkritik ruhig etwas differenzierter angehen können, findet Ebbinghaus, etwa, wenn der Autor sich zum Thema Inklusion äußert oder zum Krisenmanagement der Kultusminister. Dass Meidingers Kritik viel Potenzial hat, ahnt der Rezensent allerdings auch. Vielleicht lässt sich über wichtige Themen wie ein vergleichbares Abitur ja bei Gelegenheit noch detaillierter diskutieren, hofft er.
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