1945 publizierte Marcel Duchamp in der amerikanischen Zeitschrift View ein fotografisches Selbstporträt, das ihn der Bildunterschrift zufolge "at the Age of 85" abbildete. In Wirklichkeit war er damals erst 58 Jahre alt. Bisher war über die Entstehungsumstände dieser Inkunabel der "inszenierten Fotografie" nichts bekannt. In dem Buch wird erstmals ein jüngst entdecktes Skript Friedrich Kieslers veröffentlicht, in dem dieser in allen Einzelheiten beschreibt, wie er seinem Freund Marcel Duchamp dabei assistiert hat, sich vor der Kamera des New Yorker Fotografen Percy Rainford als greisenhafter Künstler-Philosoph zu stilisieren. Der bekannte Duchamp-Experte Herbert Molderings interpretiert Duchamps Selbstporträt als neuartigen, konzeptuellen Umgang mit der Fotografie. Der Fotoapparat wird als "Zeitmaschine" benutzt, jedoch nicht, um, wie allgemein üblich, einen Moment der Gegenwart festzuhalten, sondern um in die Zukunft zu blicken.
Elias Hirschl: Schleifen Franziska Denk wächst im Umfeld des Wiener Kreises auf und leidet als Kind an einer seltsamen Krankheit: Jedes Symptom, von dem sie hört oder liest, bekommt sie sofort. In… Jana Hensel: Es war einmal ein Land In ihrem neuen Buch erzählt die Bestsellerautorin Jana Hensel vom Ende eines großen Traums. Denn das, was vor über 35 Jahren als Aufbruch in eine neue Ära begann, wird nun… Julian Barnes: Abschied(e) Aus dem Englischen von Gertraude Krueger. Julian Barnes wird im Januar 2026 achtzig Jahre alt. Er weiß, dass die längste Zeit seines Lebens hinter ihm liegt, und er möchte… Norbert Gstrein: Im ersten Licht Zwei Weltkriege, ein Jahrhundert: ein eigenwilliges Leben voller Schönheit, Tragik und Widersprüche. Norbert Gstrein schenkt uns ein ganzes Menschenleben. Dabei ist jedes…