Der Kunsthistoriker Wieland Schmied schaut auf ein bewegtes und bewegendes Leben zurück. Orte und Stationen, an denen er wirkte, werden in seinen Erinnerungen mit Leben gefüllt. Dazu kommen persönliche Porträts von Menschen, denen der Autor begegnete, wie H. C. Artmann, Bacon, Beckett, Thomas Bernhard, Giorgio de Chirico, Joseph Cornell, Duchamp, Georg Eisler etc.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 30.05.2009
Mit Lust und Gewinn vertieft sich Franz Zelger in die "facettenreichen" Memoiren Wieland Schmieds. Die im Band dokumentierten Begegnungen des Universalgelehrten Schmied mit zeitgenössischen Künstlern und Literaten erscheinen ihm als gültiges Panorama der Kunst- und Kulturgeschichte des 20. Jahrhunderts. Zelger betont das Interesse des Autors für die Einzelgänger und liest die vielen Porträts (Bacon, Bernhard, Beuy u.v.a.) durchgängig mit großem Interesse. Das Interessenfeld des Autors erscheint ihm schier unermesslich. Dass Schmied sich selbst dabei niemals in den Vordergrund seiner Texte stellt, findet er liebenswert.
Mit großer Begeisterung bespricht Rezensentin Petra Kipphoff diesen Band mit autobiografischen Texten, der aus Anlass des achtzigsten Geburtstags von Wieland Schmied erschienen ist. Nicht nur, dass aus ihrer Sicht eine solche Bandbreite an Kenntnissen und Interessen (von mittelalterlicher Lyrik über Kunst bis zur Kriminalliteratur) heute Seltenheitswert hat. Auch bewegt sie manches, was Wieland Schmied nun in seinen autobiografischen Texten erzählt - eine Wallfahrt des Jugendlichen zu Karl May mitten im Krieg von Wien nach Radebeul, oder die Begegnung des damals jungen Juristen und Dichters Schmied mit dem alten Ezra Pound. Insgesamt hat sie viel übrig für Schmieds "zielstrebigen Eigensinn", der ihn für all die Verweigerer und Exzentriker sensibilisierte, die er zeitlebens beschrieben hat.
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