Ida Mlakar Crnic, Peter Skerl

In unserer Nähe wohnt ein Mädchen

(Ab 5 Jahre)
Cover: In unserer Nähe wohnt ein Mädchen
Beltz und Gelberg Verlag, Weinheim 2023
ISBN 9783407757395
Gebunden, 32 Seiten, 14,00 EUR

Klappentext

Aus dem Slowenischen von Alexandra Natalie Zaleznik. In unserer Nähe wohnt ein Mädchen, sie hat keine schönen Kleider, kein Kinderzimmer, eigentlich hat sie nicht mal einen richtigen Namen, oder zumindest keinen, den wir aussprechen können. Und jetzt ist sie plötzlich ganz verschwunden. Doch sie hat uns einen Schatz zurückgelassen, von dem niemand etwas ahnte. Immer wieder gibt es Kinder, die übersehen werden, die von Sprachbarrieren, Armut oder Anderssein betroffen sind. Der Text und die zarten Bilder dieses Bilderbuches erzählen ohne zu beschönigen, wie Diskriminierung entsteht und regen zur Reflektion an.

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk Kultur, 22.09.2023

Rezensent Thomas Linden liest mit "In unserer Nähe wohnt ein Mädchen" ein unkonventionelles großartiges Bilderbuch. Statt einer aktiven Heldin, mit der man als Leser mitfühlen kann, erleben wir ein Mädchen, das nicht spricht, nicht handelt, keinen Namen hat und keine klare Herkunft. Alles, was man von ihr weiß, ist das, was die anderen über sie sagen, so Linden, und das ist nichts Nettes. Dabei verraten die Spötterinnen mehr über sich selbst und ihre eigenen Ängste, als über das fremde Kind, das vor allem eines ist: Projektionsfläche, vielleicht sogar nur Projektion für oder aus all dem, was die anderen niemals sein wollen: Arm, anders, fremd. Ja, indem sie das stumme Mädchen zur Fremden machen, glauben sie, Identität erzeugen zu können, lesen wir. Somit gelingt es Ida Mlakar Crnic und Peter Skerl laut Kritiker, ein wichtiges und komplexes Thema der Gegenwart kindgerecht zu behandeln. Entscheidend ist für ihn dabei der Kontrast zwischen dem Text - den scharfen Lästereien der Kinder - und den feinen Zeichnungen, in denen sich all die Einsamkeit, die Angst, die Fragilität der Figuren ausdrückten. So werden die Lesenden auf subtile Weise zu angeregt, sich selbst ein Bild zu machen - von den Einen und von der Anderen, erklärt der berührte Rezensent. Schade nur findet er, dass bei der Bindung einige der Figuren im Falz verschwunden sind.

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