Aus dem Französischen von Horst Brühmann. Seit seinem Erscheinen gilt Jean-Pierre Vernants "Mythos und Denken" bei den Griechen als Klassiker der Anthropologie und zugleich als Musterbeispiel für die Anwendung der strukturalen Analyse auf die griechische Antike. Die Studien, die in diesem Buch zusammengestellt sind, eröffneten ganz neue Perspektiven auf die Organisation von Raum, Zeit und Erinnerung, auf die Struktur von Mythen und die Funktion von Religion. Sie umreißen das Bild des griechischen Menschen, indem sie zeigen, dass er durch seine sozialen und kulturellen Rahmenbedingungen gleichermaßen hervorgebracht wird wie er diese beständig transformiert.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2016
Rezensent Uwe Walter erfährt viel über den Unterschied zwischen ursprünglichen und heutigen Formen des Gedächtnisses in dem Buch von Jean-Pierre Vernant. Der gelehrte Athropologe und Ethnologe, der laut Walter die antike Welt und ihre Mythen über psychologische und soziale Zusammenhänge zu erschließen und "geometrische" Beziehungen hinter ihren Geschichten zu erkennen suchte, erscheint ihm hier als Verfasser einer auch nach 50 Jahren immer noch lesenswerten Studie über Raum und politische Organisation im antiken Griechenland. Warum die deutsche Ausgabe gerade jetzt erscheint, kann er sich allerdings nicht erklären und wird im Buch auch nicht informiert darüber. Der Freude an der Lektüre von Vernants Strukturanalysen, etwa über Hesiod, schmälert das für Walter jedoch kaum.
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