Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 28.10.2000
Dieser Comic, gezeichnet von Martin tom Dieck und basierend auf einem Manuskript des Popkritikers Jens Balzer, hat eine "treffende" Präsentationsform für Gilles Deleuzes Theorie von Differenz und Wiederholung gefunden, findet der Rezensent Daniel Kothenschulte. Die Idee gefällt ihm zwar - da wird Deleuze in der Totenwelt über dunke Gewässer von dem Fährmann mit seinen Freunden Barthes, Lacan und Foucault zusammengeführt, und zwar in fünf, nur leicht voneinander abweichenden Variationen. Ein Lesegenuss ist ihm dieser Comic aber trotzdem nicht. "So geht es dem Betrachter nicht anders als dem armen Deleuze, der im Hades dazu verurteilt ist, mit guter Mine Freude an der Wiederholung zu demonstrieren", so lautet das Fazit Kothenschultes.
Martin Zeyn berichtet begeistert von einer seltenen, aber gelungenen Mischung: Philosophie und Comic. Ohne Scheu würden Deleuze`sche Lehrsätze für eine Bildergeschichte verwendet, die Philosophen vom Sockel geholt. Die Geschichte ist nach Zeyn simpel: Deleuze trifft im Totenreich auf seine Kollegen Foucault, Barthes und Lacan. Die Theoretiker tauschen sich aus. Fünfmal werde die Geschichte wiederholt, die Bilder blieben gleich, aber jedes Mal verändere sich eine Kleinigkeit. Zeyn gefällt die Liebe zum "geistesgeschichtlichen Detail", die nie schulmeisterlich wirke. Noch mehr gefällt ihm aber der schräge, unperfekt wirkende Stil des Hamburger Zeichners, der diese - mit dem Comictheoretiker Jens Balzer gemeinsam verfasste - Geschichte erst auf Umwegen veröffentlichen konnte. Als weigere sich Dieck die Gesetze der Perspektive anzuerkennen, schreibt Zeyn. Für ihn gehört dieser Band zum Schönsten, was im Comic-Bereich in den letzten Jahren erschienen ist.
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