Unsere Demokratie wird von außen und innen erschüttert: Der Weckruf des AltbundespräsidentenDer russische Überfall auf die Ukraine bedroht unsere liberale Demokratie in einem Moment, in dem sie zugleich auch von innen unter Druck steht. Wie ist es dazu gekommen? Der ehemalige Bundespräsident Joachim Gauck geht gemeinsam mit seiner Co-Autorin Helga Hirsch der Frage nach, weshalb das Vertrauen vieler Bürger in unsere liberale Demokratie erschüttert ist. Was bedroht unsere Demokratie von innen heraus? Welche Rolle spielen autoritäre und libertäre Dispositionen in Krisenzeiten? Wie viel Einwanderung verträgt eine Demokratie? Zugleich lotet er aus, warum wir heute vor den Scherben einer Ostpolitik stehen, die im Verhältnis zu Russland allzu lange nur auf die Prinzipien "Frieden vor Freiheit" und "Wandel durch Handel" gesetzt hat. Sehr eindrücklich und zum Teil auf persönliche Weise zeigt Joachim Gauck, wie in den letzten Jahren so manche Gewissheit über die Stabilität unserer Demokratie verloren ging - und wie es uns gelingen kann, auch in Zukunft unsere liberalen Freiheiten zu verteidigen und tatsächlich eine wehrhafte Demokratie zu werden.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 26.05.2023
Rezensent Josef Joffe schläft nicht ein mit diesem Buch, das Joachim Gauck mit Hilfe der Journalistin Helga Hirsch verfasst hat und das insofern schon mal anders ist als Politiker-Memoiren, wie Joffe zufrieden feststellt. Wie Gauck hier mit der Ostpolitik von Brandt und Merkel ins Gericht geht, "gemessenen Wortes", gefällt Joffe außerdem. Ob Nato und EU nun tatsächlich Russland "eingekreist" haben, möchte Joffe dennoch dahingestellt lassen. Pflichtlektüre für die Akademie Auswärtiger Dienst, meint er. Gauck beherrscht Materie und Ton, so der Rezensent.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 15.05.2023
Joachim Gauck belässt es nicht bei freundlich-pathetischen Ratschlägen, wie man es bei einem früheren Bundespräsidenten erwarten würde, stellt Rezensent Werner Weidenfeld mit feiner Ironie fest: Gaucks Mittel der Wahl ist der dramatische Weckruf beziehungsweise die "Kaskade dramatischer Weckrufe". Recht hat er ja, meint Weidenfeld, der gut versteht, warum Gauck eine "Epoche der Konfusion" ausruft, "geistige Not" beklagt und das "System ungesicherter Gewissheiten" ebenso anprangert wie eine neue Tendenz zur Querfront. Der Problemhorizont ist damit auf jeden Fall geschärft, findet Weidenfeld. Ob es aber reicht, auf charismatische Führung und die Kraft der Zuvrsicht zu vertrauen, wie Gauck vorschlägt? Der Rezensent fühlt sich am Ende ein wenig alleingelassen.
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