Rußland ist kein weißer, wohl aber ein hellgrauer Fleck im Geschichtsatlas der Wirtschaftswissenschaft. Diese Feststellung gilt nicht nur aus westlicher Sicht, sondern sogar in Rußland selbst fehlt es bisher an einer befriedigenden Bestandsaufnahme des russischen ökonomischen Denkens. Zweynerts Studie schließt diese Lücke für das 19. und das frühe 20. Jahrhundert. Dabei wird erstmals auch liberalen Strömungen, wie etwa der Kiewer Schule, über die bis heute auch in Rußland so gut wie nichts bekannt ist, die ihnen gebührende Aufmerksamkeit geschenkt. Der Verfasser, der mehrere Jahre in russischen Bibliotheken und Archiven recherchiert hat, zeigt, daß die wissenschaftliche Originalität der russischen Ökonomen des 19. Jahrhunderts unterschätzt worden ist.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 17.03.2003
Der Rezensent Detmar Doering freut sich, dass mit Joachim Zweynerts Handbuch endlich eine Überblicksdarstellung der russischen Ökonomie des 19. Jahrhunderts verfügbar ist. Lange Zeit waren laut Rezensent die Wurzeln ökonomischen Denkens in Russland ein "grauer Fleck der Dogmengeschichte", selbst die Fachwelt erkannte den eigenständigen Charakter dieser Nationalökonomie nicht an. Zweynert schildert nun unter Einbeziehung kultureller und historischer Hintergründe den Einfluss unterschiedlicher Denkschulen auf die russische Wirtschaft und stellt die Auseinandersetzungen zwischen den einflussreichsten Ökonomen in kompakter Form dar, fasst Doering zusammen. Das Werk ist laut Rezensent "klar und anschaulich" gegliedert und halte sich mit Wertungen zurück. Deswegen empfiehlt es Doering als ideale Einführung in die Thematik und resümiert: "Fachleute und interessierte Laien können dieses Buch gleichermaßen mit Gewinn lesen."
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