Jörg Heiser

Doppelleben

Kunst und Popmusik
Cover: Doppelleben
Philo Fine Arts, Hamburg 2016
ISBN 9783865726919
Gebunden, 608 Seiten, 28,00 EUR

Klappentext

Was versprach sich Andy Warhol davon, als Produzent von The Velvet Underground im Musikgeschäft zu agieren, und was erhoffte sich umgekehrt die Band von diesem Produzenten? Wie wichtig sind Utopien der Synthese zwischen Musik und Kunst für Brian Eno, Laurie Anderson oder Fatima Al Qadiri? Und welche subversive Dystopie, ausgedrückt in transgressiven Bildern und Noise, ließ aus der britischen Künstlergruppe COUM Transmissions Mitte der 70er-jahre die Band Throbbing Gristle werden? Der Kontextwechsel zwischen Kunst und Popmusik - so argumentiert Jörg Heiser - ist der Versuch, für Widersprüche, die in dem einen Zusammenhang auftauchen, Lösungen im anderen zu finden. Welcher Art sind diese Widersprüche, wann kommt der Kontextwechsel einer Suche nach Lösungen gleich und wann einer Flucht vor Problemen?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.05.2016

Rezensent Kolja Reichert lernt ein ganze Menge über die Synergien zwischen Kunst und Popmusik bei Jörg Heiser. Kontextwechsel von Künstlern wie Warhol, Beuys oder Jay Z kann ihm der Autor in Fallstudien erläutern. Dass Heiser dabei sozialgeschichtlich versiert Generalisierungen aus dem Weg räumt und vor allem bei seiner Analyse libidinöser Strukturen in Wahrhols Factory Erhellendes zutage fördert, kann Reichert bestätigen und empfiehlt Heisers Werkanalysen gar als Referenztexte einer Nachkriegs-Kulturgeschichte. Wenn der Autor hin und wieder den Faden und den großen Bogen aus dem Blick verliert, kann ihm Reichert verzeihen. Gern hätte er noch mehr erfahren über strukturelle Verschiebungen und die Auswirkungen auf die Kunst insgesamt.
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Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 11.03.2016

Der Kunstkritiker Jörg Heiser untersucht in seinem Buch "Doppelleben" nüchtern das Verhältnis von Kunst und Popmusik, so Tobi Müller. Dabei unterscheidet Heiser deutlich zwischen relativ äußerlichen Kontaktstellen wie Cover-Design oder ähnlichen Zielgruppen und der Entstehung neuer Genres durch eine echte Vermischung, erklärt der Rezensent. Echte Verquickung, etwa das Abgucken von Haltungen der Uneigentlichkeit, verortet Heiser dann erst in den achtziger Jahren und später, verrät Müller.

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