Jörg Magenau

Liebe und Revolution

Roman
Cover: Liebe und Revolution
Klett-Cotta Verlag, Stuttgart 2023
ISBN 9783608987485
Gebunden, 304 Seiten, 24,00 EUR

Klappentext

Eine Geschichte von Sehnsucht, Vergeblichkeit und Aufbruch zwischen Berlin und Nicaragua Die 80er-Jahre: Paul verlässt sein Berliner Studentendasein und den Traum der großen Liebe zu Beate, um sich in Nicaragua für den Aufbau einer besseren Gesellschaft einzusetzen. Als er zurückkehrt, fällt  die Berliner Mauer. Die Welt verändert sich grundsätzlich, aber ganz anders, als zuvor gedacht. Kann man noch an die Revolution und an die Liebe glauben?

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25.10.2023

Ganz rund ist Jörg Magenaus Roman nicht geworden, meint Rezensent Wolfgang Schneider. Das erste fiktionale Buch des Literaturkritikers spielt in den Achtzigerjahren, zunächst in einem linken Berliner Lesekreis, später in Nicaragua, wohin es einen besonders eifrig Friedensbewegten, treibt, erzählt der Kritiker. Diese Hauptfigur, Paul, macht in Mittelamerika nicht die Erfahrungen, die er zu machen hoffte und kehrt schließlich reumütig nach Berlin zurück. Schneider lobt die Nicaraguapassagen und findet, dass Magenau auch die linke Szene der Zeit gut trifft; weniger Freude hat er an einer Rahmenhandlung, die den Fall der Berliner Mauer und insgesamt etwas zu viel Bedeutungsproduktion ins Spiel bringt. Weniger wäre mehr gewesen, so das Fazit.

Rezensionsnotiz zu Die Tageszeitung, 17.10.2023

Jörg Magenau hat eine Liebeserklärung an das Westberlin der 80er-Jahre verfasst, weiß Rezensent Andreas Rüttenauer. Damals war es normal einem marxistischen Arbeitskreis beizutreten, schreibt Rüttenauer. Magenau schafft es allerdings, die damaligen Themen - Marxismus, Sozialismus, böser Kapitalismus - ohne eine komplizierte Einführung in "Das Kapital" zu verdichten, staunt Rüttenauer. Weniger begeistert zeigt er sich von Magenaus Hauptfigur, dem  Studenten Paul, "nicht der einfachste Protagonist", der eigentlich nur wegen einer Frau dieses Milieu betritt und ohne Überzeugung und mit ganz vielen Selbstzweifeln zur Revolution nach Nicaragua reist, resümiert Rüttenauer. Später kehrt er ins revolutionäre Berlin zurück - hier gelingen Magenau wieder überzeugende Stellen über den Untergang des alten West-Berlins und das Selbstverständnis der deutschen Linken, schließt Rüttenauer.

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