Millionen Jahre war der Mensch nur zu Fuß unterwegs und 1900 Jahre fast nur zu Fuß; heutzutage aber bewegt er sich kaum noch so fort. Zeit für eine Kulturgeschichte der Mobilität aus Fußgängerperspektive. Johann-Günther König zeichnet die Geschichte dieser Fortbewegungsart nach, beginnt mit dem aufrechten Gang, schreitet aus über die Völkerwanderungszeit und macht beim Spazierengehen oder Wandern nicht halt. Immer geht es dabei auch um die Frage, welche Auswirkungen das Gehen auf den Alltag der Menschen hat. König hält es dabei für gut möglich, dass die große Zeit des homo sapiens als Fußgänger in Kürze wiederkommt, denn das Öl geht zur Neige ...
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 18.06.2014
Zu Fuß ist dieser Band von Andreas Mayer nicht zu durchqueren, meint Ludger Lütkehaus. Das liegt an Mayers "stupender" Gelehrsamkeit, die Historisches und Epistemologisches zum Thema Gehen und zu seiner Geschichte im 19. Jahrhundert versammelt. Auf manches physiologische Detail etwa hätte der Rezensent verzichten können. Nicht verzichten hingegen möchte er auf die spannenden Kapitel, in denen der Autor mittels Spaziergängern, Reisenden und exerzierenden Soldaten eine praktische Wissenschaft vom Gehen entwirft, den Körper als Maschine beleuchtet oder die Kutsche als Ablösung der körperlichen Beweglichkeit.
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