Josephine W. Johnson

Ein Jahr in der Natur

Cover: Ein Jahr in der Natur
AB - Die Andere Bibliothek, Berlin 2025
ISBN 9783847704942
Gebunden, 276 Seiten, 48,00 EUR

Klappentext

Aus dem Englischen von Bettina Abarbanell. Ein frühes Meisterwerk des Nature Writing, bebildert von Andrea Wan. Ausgehend von ihrer siebenunddreißig Hektar großen Farm in Ohio, die Josephine Johnson und ihr Mann in Wildnis zurücküberführt haben, beobachtet sie Monat für Monat die sich verändernde Landschaft mit der Präzision einer Naturforscherin und der Sprache einer Dichterin. Die Pracht der Landschaft blitzt auf, der unaufhaltsame Zyklus von Wachstum und Vergänglichkeit, es wimmelt von kleinen und großen Lebewesen, die parallel zu den Menschen in und mit der Natur existieren. Es entsteht eine Reflexion, die das Wunder und die Kraft der Natur genauso einfängt wie die Zeichen ihrer Zerstörung, ihre Schönheit und Sterblichkeit ebenso greifbar macht wie die mit ihr verbundene Hoffnung. Ursprünglich 1969 veröffentlicht. 

Rezensionsnotiz zu Deutschlandfunk, 08.01.2026

Ein "Glücksfall" ist es, dass dieses Buch der großen Nature-Writing-Vertreterin Josephine Johnson nun endlich auf Deutsch verfügbar ist, findet Rezensent Christoph Schröder: Gemeinsam mit ihrem Mann hat sie 1950 ein riesiges Waldgrundstück in Ohio gekauft und 1967 ein Jahr lang alle Veränderungen der Natur beschrieben. Die gelungene Übersetzung von Bettina Abarbanell trägt laut Schröder zum Lesegenuss bei, wie auch die Illustrationen von Andrea Wan. Habichte lassen sich ebenso erkennen und bewundern wie Füchse, Schwarznattern und Chickadeemeisen - im Zusammenspiel mit Johnsons hochpoetischem Schreiben führt dies immer wieder zu spannenden Erkenntnissen: So liest Schröder hier etwa von einem sommerlichen Treffen junger Waschbären. Dass Johnson auch auf die von Menschen verursachten Schäden an der Natur hinweist, findet der Kritiker besonders wichtig.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Rundschau, 14.11.2025

Rezensentin Sylvia Staude empfindet angesichts von Josephine Johnsons Bestseller von 1969 keine Behaglichkeit. Wie die Autorin die Natur beschreibt, vom Ahorn über den Wermut bis zur Winterammer, lässt sich laut Staude nur unzureichend der Kategorie Nature Writing zuordnen. Da ist die stete Sorge der Autorin um das Vergehen der Arten und das prekäre Leben der Tiere. Aber Johnson beschreibt auch hingebungsvoll die Blattlaus und die Nahrungsaufnahme der Waschbären, erklärt Staude.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 11.10.2025

Ziemlich begeistert ist Rezensent Cord Riechelmann von diesem im Original 1969 erschienenen Buch, einem radikalen Klassiker des Nature Writing. Josephine Johnson schreibe darin über die Natur einer Gegend im US-Bundesstaat Ohio, das Buch strukturiere sich entlang der Abfolge der zwölf Monate, begonnen mit Januar. Riechelmann identifiziert einen zentralen Gegenspieler, gegen den Johnson anschreibt, nämlich das Pentagon beziehungsweise die amerikanische Kriegsmaschine in Vietnam, sowie zwei Grundantriebe dieses Textes: eine Bewegung des Zorns und eine der Liebe. Oft scheint der Zorn Überhand zu nehmen, jedenfalls scheint Johnson, beschreibt Riechelmann, bereits, die Natur notfalls mit der Waffe zu verteidigen. Außerdem verweist der Rezensent auf eine Differenz zu den Transzendentalisten wie Thoreau und Emerson, denen ihre Prosa auf den ersten Blick zwar nahe ist - auf den zweiten wird jedoch klar, dass sie in der Natur eben nicht die Transzendenz, sondern die reine, aus sich selbst sprechende Immanenz sucht. Riechelmann folgt ihr gern auf ihren Wegen.

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