Jürgen Lagger

Öffnungen

Ein Maßnahmenkatalog
Cover: Öffnungen
Droschl Verlag, Graz 2005
ISBN 9783854206804
Gebunden, 126 Seiten, 16,00 EUR

Klappentext

Ein Körper ist eine verletzliche Sache: seine Oberfläche ist dünn, sie umhüllt das darin Geborgene nie vollständig, es gibt Falten und Öffnungen, an denen ein Austausch von außen nach innen und von innen nach außen jederzeit stattfinden kann. Die Integrität des Körpers ist labil, das angestrebte geschlossene System stellt sich unangenehmer Weise als allzu offen heraus. Dass die Öffnungen, sobald es sich nicht etwa um Wohnungen handelt, sondern um den menschlichen Körper, zudem auch noch eng mit Sexualität verknüpft sind, macht die Sache noch prekärer.

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 28.09.2005

Ein Buch, das Meike Fessmann lieber nicht gelesen hätte, doch da es einmal passiert ist, versucht sie zu begründen, warum sie niemandem dazu raten kann, es ihr nachzutun, und zwar mit möglichst dezenten Worten, denn Jürgen Lagger verwechselt erstens Öffnungen (gewollt, schaffen Möglichkeiten, "selektive Durchlässigkeit") mit Löchern (ungewollt, alles kann rein, müssen gestopft werden) und erfindet zweitens die Figur L., um sie sämtliche Öffnungen und Löcher um sich herum und dann auch am eigenen Körper schließen zu lassen, bis hin zur Selbstkastration. Und das, konstatiert Fessmann, ist des Autors Beitrag zum Nachdenken über Charakter und Status von Öffnungen und Offenheit in der Gesellschaft. Ein miserabel erzählter und ächzend auf Kunst getrimmter Beitrag noch dazu.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.05.2005

Nach Paul Jandls Meinung handelt es sich bei diesem Buch zwar keineswegs um erbauliche Lektüre, schließlich ist das Thema ein mit extremer Konsequenz einsamer Mensch. Trotzdem findet er das " ebenso radikale wie intelligente Buch" empfehlenswert. Jandl ist beeindruckt vom "diagnostischen Blick" des österreichischen Autors Jürgen Lagger, den der mit " großer formaler Entschiedenheit" in Worte zu fassen vermag. "Ein konsequenter Angriff auf die Behaglichkeit der Belletristik, dessen Mut selten geworden ist", so lautet das Fazit des beeindruckten Rezensenten.
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