Aus dem Französischen von Hermann Hofer. Mit einem Essay von Pierre Klossowski. Jean Sombreval hat sein Leben als Priester und das Zölibat hinter sich gelassen und sich ganz der Wissenschaft und dem Fortschritt zugewandt. Doch als er nach dem Tod seiner Frau mit seiner über alles geliebten Tochter Calixte in sein Heimatdorf zurückkehrt, holt ihn die Vergangenheit ein. Die alte Malgaigne, Jeans Amme und Ziehmutter, Hellseherin und Relikt aus archaischen Zeiten, hat schreckliche Vorahnungen, die sich nach und nach bewahrheiten. Sombreval wird von den Geistern des Gottes heimgesucht, den er einst verraten hat - ein zorniger, alttestamentarischer Gott, dem der Sinn nach Rache steht. Als sich auch noch der junge Néel Hals über Kopf in die fromme Calixte verliebt, nimmt das Unglück seinen Lauf.
Rezensionsnotiz zu
Süddeutsche Zeitung, 09.12.2020
Rezensent Joseph Hanimann freut sich über einen weiteren Text aus der neuen Reihe zu Barbey d'Aurevilly. Der Roman um einen alchemistisch interessierten normannischen Ex-Pfarrer in Gewissensnöten steuert laut Hanimann zwar aufs Verderben zu, doch nicht etwa geradewegs, sondern unter allerhand paradoxen Konstellationen und zeitkritischen Abschweifungen. Auch die normannischen Redewendungen, die Hermann Hofers Übersetzung laut Rezensent gekonnt transportiert, sorgen für Ablenkung.
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