Kein anderer Begriff ist mehr mit dem US-amerikanischen Selbstverständnis verbunden wie der der Freiheit - sei es die Befreiung von den einstigen Kolonialherren, sei es die individuelle oder ökonomische Freiheit, sei es die freie Rede oder die Religionsfreiheit. Doch die starke Betonung des Freiheitsgedankens wie auch die Vielfalt seiner Ausdrucksformen müssen unweigerlich zu Konflikten führen. Der Journalist Julian Heißler nimmt den Freiheitsbegriff als Leitfaden für seinen Blick auf die USA. Ob es um die Meinungsfreiheit, den Zugang zu Waffen, den Konflikt zwischen Ökologie und Ökonomie geht: In einer einzigartigen Mischung aus Reportage und Analyse betrachtet Heißler die gegenwärtigen Widersprüche und Konflikte der USA, die sich aus ihrem Freiheitsverständnis ergeben.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23.01.2024
Beide Seiten berufen sich im amerikanischen Präsidentschaftswahlkampf auf die Freiheit, so Rezensent Oliver Kühn, und das ist nur ein Beispiel dafür, wie zentral dieser Begriff für das Selbstverständnis der USA ist. Julian Heißler hat dem Nahverhältnis der Vereinigten Staaten zur Freiheit ein Buch geschrieben und zeichnet darin laut Kühn nach, wie der Begriff von verschiedenen Seiten instrumentalisiert und auch unterschiedlich verstanden wird, nämlich einerseits als "Freiheit zu", andererseits als "Freiheit von" (Zitat Heißler). Diese Spannung prägte schon, erfährt Kühn von Heißler, den amerikanischen Bürgerkrieg, wie überhaupt das Thema weit in die Geschichte zurückführt, nämlich zu den Siedlern, die sich in der neuen Welt nach Religionsfreiheit sehnten - aber nur für ihre eigene. Was die Zukunft betrifft, ist Heißler keineswegs optimistisch, fährt Kühn fort, und unparteiisch ist er auch nicht, vielmehr hält er mehr von den Demokraten als von den Republikanern. Gut geschrieben ist das Buch jedoch, und eine gute Einführung in die aktuelle Diskussion, schließt die Rezension.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 22.12.2023
Rezensent Karl Doemens empfiehlt das Buch des Journalisten und USA-Kenners Julian Heißler. Wie der Autor hier die heißen Themen der US-Gesellschaft vorstellt, historisches Hintergrundwissen vermittelt, Standpunkte analysiert und dazu Zeitzeugen interviewt, findet Doemens so spannend wie lehrreich, auch wenn hier und da verdichtet und verknappt wird. Ob Zuwanderung, Waffenrecht, Außenpolitik, Heißler trifft die richtigen Leute, stellt die richtigen Fragen, findet Doemens. Und am Ende gelangt der Autor sogar zu einem optimistischen Ausblick, staunt der Rezensent.
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