Nach "Dazwischen: Ich" erzählt Julya Rabinowich in "Dazwischen: Wir", wie Madina ihren Weg in ihrer neuen Heimat findet. Madina hat den Krieg und seine Schrecken, die gefährliche Flucht hinter sich gelassen. Endlich hat sie das Gefühl, angekommen zu sein, wohnt mit ihrer Familie bei ihrer besten Freundin Laura, trägt keine schlecht sitzenden Kleider aus der Spendenkiste mehr und gehört in der Schule ganz selbstverständlich dazu. Aber dann kippt die Stimmung. Rassistische Schmierereien tauchen auf, und jeden Donnerstag skandiert eine Gruppe auf dem Hauptplatz: "Ausländer raus!", erst wenige, dann immer mehr. Eine Zerreißprobe, nicht nur für Madina, sondern für alle, die in dem Ort leben. Doch Madina beschließt, nicht wegzuschauen - und sie findet Verbündete.
Rezensionsnotiz zu
Deutschlandfunk Kultur, 26.01.2022
Julya Rabinovichs Jugendbücher über Immigration sind eine Ausnahmeerscheinung, versichert Rezensentin Sylvia Schwab, die schon den Vorgängerroman "Dazwischen: Ich" sehr mochte. Es bedarf aber nicht der Kenntnis des ersten Bandes, denn die Autorin flicht genügend Informationen ein, um der Geschichte um Madina und ihre Familie auch so gut folgen zu können, fährt die Kritiker fort. Und so liest sie hier von Madina, die mit ihrer depressiven Mutter, ihrem Bruder und ihrer Tante irgendwo in Mitteleuropa untergekommen ist, im neuen Leben zurecht zukommen versucht und gegen Rassismus und alte (Kriegs-)Traumata ankämpft. Schwab bewundert nicht nur, wie einfühlsam Rabinovich ihre Figuren schildert und wie dicht sie die Leser an diese herankommen lässt, sondern lobt auch die präzise Sprache und die eindringlichen Bilder dieses als Tagebuch angelegten Romans.
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