Mit einem Vorwort von Ina Hartwig. Katharina Rutschkys freies und tabuloses Gegen- den- Strich- Denken fehlt in den aktuellen Debatten um Frauen und ihre immer noch auszukämpfende Gleichberechtigung. Zu ihrem Tod vor etwas mehr als einem Jahr erschienen unzählige bestürzte Nachrufe. Dem häufig geäußerten Wunsch nach einem Band mit Texten aus dem Nachlass kommt der Wagenbach Verlag jetzt nach. Die Aufsätze aus über drei Jahrzehnten zeigen Katharina Rutschkys Kampf gegen männliche Vorurteile genauso wie gegen weibliches Ressentiment und Selbstmitleid. Ganz besonders scharf kritisiert sie ihre Lieblingsgegnerin Alice Schwarzer. Nicht nur Themen wie Quote, Mutterschaft und Körperbilder/Mode oder den alltäglichen Wahnsinn von Partnerschaftsproblematiken verhandelt sie in ihrem unnachahmlich ironischen Ton, sondern sie schreibt auch Portraits von beeindruckenden Frauen. Dabei hat sie sich nie mit der Sorge abgegeben, politisch korrekt zu sein.
Rezensionsnotiz zu
Die Tageszeitung, 12.10.2011
Jan Feddersen freut sich nicht nur an den Texten Katharina Rutschkys, sondern auch an der Erinnerung an die Persönlichkeit dieser streitbaren Autorin. Das Buch nimmt er als Best-of-Album, das ihm Rutschkys Auseinandersetzung mit den 68ern, mit Sexualität, Benimm und vor allem mit dem Feminismus als von enormer Leidenschaft geprägte brillante Publizistik präsentiert, immer noch frisch, "streckenweise" ziemlich elegant und mit einem "schönen" Vorwort versehen.
Rezensionsnotiz zu
Frankfurter Rundschau, 08.10.2011
Harry Nutt begrüßt diese postume Sammlung von Texten der vor eineinhalb Jahren verstorbenen Katharina Rutschky. Er würdigt die Autorin als "lustvolle Streiterin", die "kritische Intelligenz" mit "damenhaftem Stilbewusstsein" verband. Die vorliegenden Texte aus den letzten 25 Jahren, die Rutschky für die Feuilletons deutscher Tageszeitungen geschrieben hatte, haben für Nutt eine hohe essayistische Qualität. Neben der Polemik gegen Alice Schwarzer hebt er etwa einen Text über die Ablehnung der Frauenquote und einen skeptischen Rückblick auf die sexuelle Befreiung hervor. Der Band führt für ihn eindrücklich den Scharfsinn, die Ironie, aber auch die Gelassenheit und den Humanismus von Rutschky vor Augen.
Rezensionsnotiz zu
Neue Zürcher Zeitung, 08.10.2011
Die jetzt postum publizierte Sammlung von Essays zur Geschlechterpolitik und -Identität der radikalen Einzelgängerin Katharina Rutschky ermöglicht noch einmal eine ruhigere Auseinandersetzung mit den Positionen der 2010 gestorbenen Publizistin jenseits aller erbitterten Debatten, so Sabine Fröhlich zufrieden. An "Schärfe und Aktualität" haben die Texte kaum verloren, stellt die Rezensentin fest, die die Erfolge der Maßnahmen der Geschlechtergleichstellung im Einklang mit der Autorin bescheiden findet. Was bisher erreicht wurde, rechnet Rutschky allenfalls der "ökonomischen Rationalität" zu, sie vermisst bei den jungen Frauen von heute Realitätssinn, bei den Männern "soziale Phantasie", der Frauenbewegung schließlich und ihren "Vorwurfspersönlichkeiten" hat sich die Autorin nach anfänglichen Sympathien nicht anschließen können, so die Rezensentin. Dafür habe Rutschky bei italienischen Philosophinnen Rückhalt gefunden, wie Fröhlich vermutet nicht nur wegen theoretischer Übereinstimmungen, sondern vielleicht nicht zuletzt aus "Stilbewusstsein" und wegen der ansprechenderen "Diskussionskultur".
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